Verrückt. Das es sie gibt wusste ich ja - aber wo es sie nun überall gibt finde ich überraschend. Im TV kam soeben eine Reportage über die Kreationisten von Answers in Genesis. Ich dachte ja immer es seien wieder mal nur die Amerikaner die zu blablub Prozent davon überzeugt sind, das tatsächlich Gott die Welt erschaffen hat. Aber Nein - das grösste Kreationistentreffen findet demnächst in England statt und selbst eine Gießener (also deutsche) Schule hat schon ihren Biounterricht umgestellt. Aber am lustigsten finde ich das es nun in Cincinatti ein Museum gibt - in dem die designte Welt handfest und anschaulich vorgestellt wird. Qausi:
Die Welt ist erst 6T Jahre alt und Dinosaurier lebten zusammen mit den Menschen. Und wenn Sie sich fragen wo all das Wasser von der Sintflut ist… Schauen sie doch mal aus dem Weltraum auf die Erde. Überall Wasser!
Naja - anscheinend überzeugen sie immer mehr das dies so richtig ist. Die Reportage hatte die ganze Zeit so einen besorgten Unterton. Aber eigentlich ist es doch eher witzig. Was Nachbars denken ist ja eigentlich auch egal.
Mein Vorschlag wäre ja, wenn man dies schon zu bekämpfen versucht, nicht immer nur die Biologen zu Rate zu ziehen die möglichst clever ihr wissenschaftliches Contra darstellen. Sondern einfach Luhmann zu fragen, der sicher erklären würde, das Menschen eben einfach kein Vertrauen in sich selbststeuernde Verfahren haben, sondern lieber nach einem Führer suchen - und wenn die Sachlage so weltumfassend, alles beschreibend und universell wie die Welt und ihr Fortgang ist - kann der oberste Hirte eben kein Mensch sein und ist daher Gott - und zwar genau so, wie man ihn sich vorstellt.
Je nach dem - derjenige der diesen Hai gebaut hat, der nun schon so lange unentdeckt über den pazifischen Meeresboden watschelt, würde ich gern mal sprechen - wäre ja wirklich schön wenn das ginge.
(Bild: spiegel.de)


Ich bin ein fleissiger
John Lennons Tod hatte ja nun erst wieder Jahrestag - da zeigte die ARD die Tage
Mein “Systemtheorieprofessor” zu dem ich seit diesem und wohl alle folgenden Semester gehen werde erzählt mir seit einigen Montagen wie man die Welt noch sehen könnte (wenn man sich viel Mühe gibt). In einer Passage ging es zum Beispiel darum, dass sich nach der Abschaffung des All-in-One Hofes des Mittelalters verschiedene Teilsysteme aus dem Gesamtgesellschaftssystem ausdifferenzierten. Früher war ein “Herr” für Wirtschaft, Moral, Politik, Kunst, Theologie, Wissenschaft, Recht, … verantwortlich. Heute hat alles sein eigenes Teilsystem - das nach seinen eigenen Regeln funktioniert. So dreht sich die Politik immer nur um Macht, die Wirtschaft immer nur um Geld, die Kunst immer nur um sich selbst, die Moral immer nur um Zustimmung, die Wissenschaft immer nur um Erkenntnis, Das Recht immer nur um Recht, … Sie berühren sich untereinander sind aber nicht (mehr) Eins. Was mein “Systemtheorieprofessor” uns sonst noch nahe legt ist: “Wieso so abstrakt, finden sie doch mal ein Beispiel”.
Also wir haben ja alle "Bowling for Columbine" gesehen, und genossen wie sich Michael Moore darüber lustig macht das sich Amerika vor der Afrikanischen Killerbiene fürchtet - allein weil die Medien von der Gefahr berichten… Aber was müssen wir heutzutage in Deutschland erleben..?
Dieses amerikanische System - kann man beinah schon kritisieren - nur in dem man es nennt. ;-) Aber so einfach sollte man es sich mit dem eigenen Neid über dieses übermässig erfolgreiche System nicht machen… Und erst recht sollte niemand anfangen unseren Arnold Schwarzenegger zu kritisieren nur weil er einem Fehler des dortigen Rechtssystems ausgeliefert ist… Entweder ein Staat funktioniert nach seinen Regeln oder nicht - und wenn die Regeln eine Gewaltenteilung festschreiben, sollte man die auch einhalten - ohne sich simpel empörend darüber aufzuregen das sich ein Amtsinhaber der Legislative eben nicht über die Judikative hinwegsetzt und gefasste Urteilssprüche außer Kraft setzt.
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