Ja, auch Deutschland hat eine “Change”-Bewegung

… diese unterscheidet sich von der amerikanischen, von Obama oder im kleineren Maßstab von Ron Paul angetriebenen, wie folgt: Sie ist konkret, über Ortsvereine flächendeckend im Volk verankert und verfügt über eine handhabbare Historie, einem nachweisbaren Abstimmungsverhalten, ist also nicht bloßes Gerede. Obwohl man dies Obama nicht wirklich vorwerfen kann, da es strukturell nicht vorgesehen ist, dass ein amerikanischer Präsidentschaftskandidat mehr als Reden darf. Dafür muss er sich allerdings auch nicht mit Parteifreunden rumschlagen…

Wie auch immer, dass wir in Deutschland jemanden wir Gregor Gysi haben, der sich tapfer hält und unbeirrt kämpft, ist bewundernswert. Hier ein paar Gründe, weshalb es sich auch nächstes Jahr noch lohnt, wählen zu gehen:


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(via)

Folgender verlinkter Artikel…

…definiert den Begriff Blindgänger ein bisschen neu. Ich wundere mich, warum einige in ihrem (ich sage mal) Hass auf die Welt so Scheuklappenbeladen sind. Obamaprotest schleicht sich so langsam ein im Internet. Manchmal ist es auch gerechtfertigt aber nicht immer und vor allem nicht so platt.

(Ob man bei twoday.net auch mal ohne Registrierung kommentieren darf..?)

Wer wählt Obama

Das amerikanische System von innerparteilichen Vorwahlen hat den großen Vorteil, dass man vor den richtigen Wahlen nicht auf Statistikmüll zurückgreifen muss, um mit Zahlen argumentieren zu können. Auch wenn die Vorwahlen teilweise nicht so durchgeführt werden, dass man sich der Repräsentivität sicher sein kann - wir können in ihnen mehr finden als in bloßen Hochrechnungen von Vermutungen.

Obamas reiche Wähler

Ich hätte nicht damit gerechnet, dass Obama die wohlhabernden Wähler der Demokraten so sehr auf seine Seite zieht. Das er bei denen mit hoher Formalbildung abräumt bestätigt schon eher die vorgefasste Vermutun.

Und so wie es aussieht, scheint Amerika das gleiche Problem zu haben wie Deutschland. Umso älter die Leute umso weniger hat der (gesellschaftliche) Fortschritt eine Chance. Alte Menschen vom Lande wählen anscheindend grundsätzlich und überall konservative Kräfte.

Link (via)

Obama, the man in the mirror

Es gibt ja (in Deutschland problematischerweise nicht) einen paradoxen Unterschied zwischen Wahlkampf und Tagespolitik, der darauf hinausläuft, das in Wahlkampfreden das gesagt wird, was das Volk verlangt, während in der Tagespolitik Kompromisse eingegangen werden und Abstriche gemacht werden müssen, so dass sich letztendlich keine Sachlage so gebärdet, wie sich das Volk das vorstellt.

Wahlkampfzeiten sind Zeiten in denen dem Volk das Wort gesprochen wird. Und neuerdings, seit der medialen Ausschlachtung von allem was sich bewegt, wird auch noch viel Wert auf das Wie des Wortes gelegt. Das Wort, an das man sich bindet, überzeugt nicht mehr von allein, sondern muss präzise aber deutungsoffen gewählt, schön verpackt und aufrichtig dargeboten werden. Heraus kommen dann Schlachtrufe wie: Yes we can, Change, we can believe in und Wir sind diejenigen, auf die wir gewartet haben.

Bei diesen Beispielen hat es gut geklappt, doch wie verpackt man es? Gibt es allgemeine Gesetze oder Vorbilder? Man erkennt hier ein Mangel an Bildung deutsche Politiker. Da sie immer erst aufwendig parteipolitisch sozialisiert werden, was ungefähr 30 Jahre dauert, hinken sie ebenso viele Jahre hinterher und haben keine Ahnung davon warum und wie sie politische Botschaften verpacken und darbieten sollen. Sie vertrauen immer noch auf die Worte allein. Es gibt dann Flugblätter, neuerdings Videos (die, auch den Politiker selbst, viel zu peinlich zum verlinken sind) und Infostände in den Einkaufspassagen.

Die amerikanischen Wahlkämpfer haben dem Volke genauer zugesehen und erkannt was es heißt eine gute Symbiose aus Form und Inhalt zu kreieren. Spannungsbögen, Symbole, große Bühnen, Publikum - sie haben alles was es braucht. Und wenn man genau hinsieht, erkennt man auch wo die Gestaltungskunst herkommt.

Und jetzt meine Vermutung: Barack Obama gründet seinen ganzen Wahlkampf, Form und Inhalt, der Vorwahlzeit auf diesen 20 Jahre alten Auftritt von Michael Jackson.