"Haaa" - ist die einzige & unzivilisierte Äußerung die ich für die Ösis, genauer die Grazer heute übrig habe. Arnold Schwarzenegger dagegen huldige ich in meinen unausgesprochenen Gedanken…
Wie schon erwähnt (zwei Beiträge weiter unten) bin ich zwar gegen die inhaltliche Prägung des amerikanischen Systems, das z.B. unrevidierbare Entscheidung zu Ungunsten seiner Bürger akzeptiert aber die Form dieses Systems ist viel zu erfolgreich als das man einer internen, inhaltlichen Debatte erlauben sollte die Form des Systems selbst zu verändern… So gerechtfertigt diese Debatten auch sind.
Das sehen nicht alle so - vor allem nicht die provinziellen Ösis die ihre instinktgeleitete, egoistische, kalkulierte, "erste-Menschenrechtsstadt-Europas" Moral so sehr aufgeblasen haben das sie wie eine Seifenblase geplatzt ist. Sie forderten Anstand und Moral, Menschenrecht und Vergebung und debattierten über eine Umbennennung des Grazer Stadions von Schwarzenegger-Stadion in Tookie-Williams-Stadion und überlegten, ihm auch noch die Ehrenbürgerschaft zu entziehen. Aber nix da - Schwarzenegger als Regierungschef von Kalifornien der (theoretisch) 6. stärksten Wirtschaftsmacht der Welt lässt sich nich auf der Nase herumtanzen und übersendet den Entzug seiner Namensrechte und seinen „Grazer Ehrenring” an die Grazer zurück.
Und entblöst damit die Österreicher und ihre Vorstellung von Moral - denn der erste Gedanke der ihnen kommt ist: "Der Schaden sei zwar nicht genau zu beziffern, angesichts des Marktwertes Schwarzeneggers aber sicher enorm. Bürgermeister Siegfried Nagl (Graz) ging im ORF von einem Schaden von "hunderten Millionen Euro" aus." (Lies es nach in der Wiener Zeitung). Da zeigt sich doch das die Amerikaner die besseren Amerikaner sind - Da wir ja anscheinend alle nur Amerikaner sind.
Schwarzenegger ist amazemans Mann des Jahres
Armer Arni
Dieses amerikanische System - kann man beinah schon kritisieren - nur in dem man es nennt. ;-) Aber so einfach sollte man es sich mit dem eigenen Neid über dieses übermässig erfolgreiche System nicht machen… Und erst recht sollte niemand anfangen unseren Arnold Schwarzenegger zu kritisieren nur weil er einem Fehler des dortigen Rechtssystems ausgeliefert ist… Entweder ein Staat funktioniert nach seinen Regeln oder nicht - und wenn die Regeln eine Gewaltenteilung festschreiben, sollte man die auch einhalten - ohne sich simpel empörend darüber aufzuregen das sich ein Amtsinhaber der Legislative eben nicht über die Judikative hinwegsetzt und gefasste Urteilssprüche außer Kraft setzt.
Das lustige dabei ist nur das die Amerikaner selbst einsehen das die Todesstrafe falsch ist da sie nicht revidierbar ist - denn die Klausel das es da jemanden geben soll der das Urteil auch nach dem Urteilsspruch noch im Handstreich verändern kann kommt ja nicht von ungefähr… Da fragt man sich schon warum sie diesen Fakt der notwendigen Revidierbarkeit - den sie ja einsehen - nicht einfach bis zum Ende der Strafe einfordern und so nur Strafen verhängen die auch revidierbar sind… Sehr vertrackt und ziemlich nah am emotionalen Brot & Spiele Volkswillen gezimmert dieses Rechtssystem.
Der andere Punkt ist das sie die Menschen ja eigentlich sogar doppelt bestrafen - denn mit dem Urteilsspruch zum Tode bekommt man als Täter und baldigem Opfer ja den lebenslänglichen Freiheitsentzug gleich mitgeliefert… Ist also alles noch vertrackter…
Nuju - der "Tookie" ist nun tot - und wir wissen es - was einmal mehr den phänomenologischen Charakter dieser wunderbaren Welt verdeutlicht - und uns zeigt - nichts was wir wahrnehmen passiert sinnlos - sondern nur das was an uns vorbei geht.
Nachtrag: Bei der ganzen Berichterstattung gabs dann eine Meldung die mich mal wieder richtig wundern lies - das nämlich der "Tookie" erst im Gefängnis alphabetisiert wurde (und das das auch das Schreiben beinhaltet ist ja besonders erwähnt wurden). Man kann praktisch an Hand einer Biographie die Fehler eines ganzen Gesellaschaftssystems aufdecken - das 1% seiner Bevölkerung in Gefängnissen aufbewahrt…

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