Lost in … / 25.04.2008

Ich hänge schon an der Überschrift… Die muss dann wohl unvollständig bleiben.

Das Problem, das beschrieben werden soll kann, fiel mir gerade auf, gar nicht auf einen Nenner oder ein treffendes Wort gebracht werden. Vielleicht “Lost in Verantwortungsdelegierung” - das käme in etwa hin.

Das was die Tage unter Dach und Fach gebracht wurde betiteln einige wahrscheinlich zu Recht schon als Ermächtigungsgesetz. Trotz meines großen politischen Interesses und viel Zeit die letzten Tage steige ich nicht so richtig durch, was nun beschlossen wurde und was die Folgen sein werden. Eins lässt sich aber, gerade weil man nicht mehr durchblickt, sagen: mit Demokratie hat das alles recht wenig zu tun.

Demokratie, und wir gestehen ihr zu, dass auch die moderne Form der Volksherrschaft per gewählte Repräsentanten darunter fällt, bedeutet ja, dass man in diesem Fall eine Repräsentanten wählen und abwählen kann. Allerdings scheinen uns die Repräsentanten abhanden gekommen zu sein. Keiner ist für irgendwas mehr zuständig oder verantwortlich, alle Anfragen und Anliegen verfangen sich in einem riesigen Netz, das zwischen Kommunen und Europäischer Union gespannt wird.

Das rückt die Kleinstaaterei des alten Europas wieder in ein neues, zumindest interessantes Licht. Die Amerikaner machen es ein bisschen vor. Denn, so wie es jetzt ist, nützt der erfolgreichste Marsch durch die Institutionen nichts. Veränderungen im Sinne der Bürger sind schlichtweg ausgeschlossen (worden).

Ich würde vorschlagen, ein Bürgermeister, sollte wieder ein Meister der Bürger sein. Städte als die ultimative Politische Einheit. Mit funktionierendem Bürgertum, sozialer Kontrolle und Kontrollierbarkeit, Verantwortlichkeit und Zuständigkeit der gewählten Meister. Ohne dass es die Notwendigkeit gibt, dass sich irgendein technisches oder soziales Massenmedium mit seiner eigenen Logik dazwischenschaltet und Tatsachen verdreht oder verschleiert.

Repräsentationen, die darüber hinausgehen, sollten auf Zeit “ermächtigt” werden, diese Aufgabe zu übernehmen. Man sollte sich aber darüber verständigen, dass diese Aufgaben dann fernab dieser Kontrolle durch die Bürger erledigt werden und die Gestaltung danach ausrichten.

Zurzeit wird viel zu viel nur deshalb getan, weils möglich ist. Eine künstliche Begrenzung, wie einige schon in der Verfassung stehen (und immer weiter hinterfragt werden), könnten helfen.

Dann würde sich auch die Frage nicht mehr stellen, warum Banken, die niemandem nützen, mehr Geld bekommen als Großeltern, die letztendlich alles am laufen halten.

Das Problem der Moderne ist nicht die Gier, der Egoismus oder die Gewalt der Einzelnen, sondern die Perspektivlosigkeit des einen und die Verantwortungslosigkeit des anderen Teils der Gesellschaft. Das sich beide Seiten nicht mehr direkt sondern nur noch als abstrakte Größe, mit der man umgehen muss, begegnen wird durch die unglaubliche Größe der gesellschaftlichen Einheiten verursacht.

Umso größer die politischen Einheiten gestaltet werden, wie jetzt mit der EU-Verfassung auf Kontinalebene, umso eher entspricht die Lage jedes Einzelnen einer Entmächtigung. Entmächtigt werden dabei, neben den normalen Bürgern aber auch die Manager, Politiker und Wissenschaftler - irgendwann werden sie alle im Regen stehen wie diese (speziellen) Banker heute. Dann setzt die grosse Ernüchterung ein, die neue Methoden der Komplexitätsreduktion erfordert und alle vor einen Trümmerhaufen stellt (der jetzt schon wächst aber erst dann mit einem mal aufploppt).

Aber noch ist die Welt ein recht ansehnliches Panorama.

(Bild: pmarelle)

Die Ausgangslage / 23.04.2008


Das ist der aktuelle, naturbelassene Zustand meiner Balkonkästen. Eigentlich
wollte ich die schon im März bepflanzen - meine Motivation wurde damals
jedoch von unerwartetem Frost gebremst. Die letzten Tage war die Sonne nun
so fleissig, dass es jetzt losgehen kann.

Frischer Rasen für den Frühling / 21.04.2008


Seit einer halben Stunde lärmen sie rum. Als ich mal gucken wollte, wie weit
sie gekommen sind und wie lange es noch dauern würde, fuhr Kollege #2 mit
seinem Cruiser gerade der Länge nach unter der Wäsche der Omi durch - vor
ihren Augen.

Internet is for breaking news! / 19.04.2008

Ohne weitere Worte zur geilsten Meldung des Tages –>

Soziologenangst / 18.04.2008

Beinah 4 Stunden Hörsaal stecken heute Abend in meinen Beinen. Hörsaal bedeutete (das ist bestimmt sehr Fachabhängig) für uns Seminar-Soziologen mal wieder ein bisschen Grundstudiumsatmosphäre. Viele Gesichter, darunter kaum bekannte, keine Bewegungsfreiheit, freie Sitze in der Mitte und bevölkerte Treppen. (Und, aber das verbuche ich als Sonderfall, keine Klimaanlage.)

Postitiv ist jedoch, dass man mal mitbekommt wie die unbekannten Kommilitonen so ticken. Gerade heute war dies sehr interessant, da es für einige um die existentielle Frage: Was mach ich bloss mit meinem Studium? ging.

Festzuhalten bleiben vor allem zwei Punkte, die mich doch sehr überrascht haben. Erstens, Studenten der Soziologie finden es problematisch, dass es für sie keine Berufsbilder gibt auf die sie sich direkt bewerben können (da folgen dann die oft zitierten Anmerkungen bzgl. der echten Professionen ala Ärtze, Juristen usw.) Zweitens, Studenten der Soziologie und Politikwissenschaften haben Angst, dass ihr mühsam erarbeitetes Wissen zwischen den harten Mühlsteinen der Realität zerrieben wird.

Dazu will ich mir mal zwei Anmerkungen festhalten.

1. Die Angst durch die Wofür-Studiere-Ich-eigentlich-Problematik lässt sich aushebeln in dem man die Frage einfach umdreht. Der Vorteil des Medizin-, Jura-, Lehramtsstudiums ist, dass es dafür vorgefertigte Berufspositionen gibt. Der mitgelieferte Nachteil ist, dass die anderen Berufsbilder für die Absolventen dieser Studiengänge verschlossen sind. Zudem kommt man, wenn man den Fokus etwas öffnet zu einem ganz anderen Bild (das angehende Soziologen eigentlich kennen sollten), dem sich die Frage anschliesst: Wie wird man eigentlich Berater, Verwalter, Manager, Politiker, Beamter, usw? Aus der Berufsperspektive erkennt man so doch recht schnell, dass die meisten der Berufe keinen vorgefertigten Studiengang für Rekrutierungen zur Verfügung haben. Und dann kommt man zu der Frage: Welches Studium eignet sich eigentlich am besten um in eine unbestimmte, offene Zukunft zu gehen? Doch wohl die Soziologie! Wenn mans richtig macht und nicht an verkorksten Unis landet, hat man nach 10 Semestern ein Betriebssystem im Kopf auf dem fast alle Programme der Gesellschaft laufen können. (Spezifische Qualifikationen fehlen natürlich - das Argument hält diesen Umstand aber aus.)

2. Die Angst, nach dem Studium nicht soziologisch tätig zu sein und das angesprochene Betriebssystem langsam wieder zu löschen ist berechtigt, aber auch kein großes Problem. Man kann, muss es aber nicht so homozentrisch besehen wie der Rest der Welt, die glaubt, dass man alles glauben muss, was einem die Alltagssemantik vorgaugelt. Klar liegen die Verlockungen nahe, aber man kann doch sein eigenes Verhalten mitreflektieren. Wenn man einmal richtig Soziologie studiert hat, erkennt man die Drehbücher hinter den Theaterstücken der Welt doch automatisch. Wer trotzdem zum selbstherrlichen Darsteller mutiert, dem ist eben nicht zu helfen. (Der Platz für Soziologen ist sowieso begrenzt.)
Besonders merkwürdig ist an dieser Stelle auch die Theorie-Praxis-Differenz, die immer mitschwingt und einigen vorgaugelt, sie könnten in der Praxis die Theorie hoch halten. Genau besehen kennt die Soziologie keine Praxis. Praxis sind immer die anderen. Nur die Beobachtung der Praxis (auch der eigenen (zugegeben Paradox)) ist Soziologie. Die Grenze ist, für mich, eigentlich eine der fundamentalsten die die Soziologie beschreiben. Das bedeutet aber gerade kein Entweder-Oder. Ohne Praxen keine Soziologie, ohne Soziologie noch komischere Praxen

Insgesamt sind mir die studierenden Soziologen doch etwas zu zaghaft im Umgang mit ihrer Wissenschaft. Sie beobachtet alle Praxen darin, wie sie die Weltherrschaft an sich reissen wollen und mißachten das eigene Potential. Vielleicht sollte man in den nächsten Veranstaltungen dieser Art zusätzlich thematisieren und klären, warum und wie die ‘Stellensuche’ der ‘Initiativbewerbung’ untergeordnet werden sollte/müßte.

(Bild: Pink Dispatcher)

Kroko der Dreckspatz / 16.04.2008


Hab ich eben zufällig im Regal entdeckt. Er ist inzwischen so alt, dass
jahrzehntealter Staub auf ihm lagert, wenn man tief reinzoomt sieht man es.