Merkelbild des Jahres

Es gibt verschiedene Vorschläge über die man abstimmen kann. Ich hab mich entschieden. Platz 3 ist dieses, meine Kanzlerin in Freude. Platz 2 ist dieses, wie sie den Herren den Weg zeigt. Und auf Platz 1 steht bei mir folgendes:

Merkel

(via)

Und im Übrigen

talentiszeitung 003 Ich war letzte Woche in der Zeitung. Und muss ausserdem mal erwähnen: Die Sparkasse, drüber gejammert und aufgeregt, weiss was sie mit ihrem Geld zu tun hat. Sie steckt es in ihre Stiftung und diese fördert mit riesigen Geldbatzen uns Schwimmer, die Handballer, die Museen, die Künstler und sie stiftet einen Wissenschaftspreis in Gedenken an Niklas Luhmann. Durch die Sparkassenstiftung gibt’s in Bielefeld sogar echte Bären. Keine 30 Gehminuten und ohne Eintrittspreis von hier wo ich grad sitze.

Nuju - auf dem Bild: Das Team, die Racker, Herr Vogt von der Sparkasse Bielefeld und ich. Vergrössert ist’s eins der Originale

Ungleiches unter Gleichen

Die große weite Welt soll Eins werden. In den letzten hunderten von Jahren wurde auch einiges getan damit das alles klappt. Die ganze Kleinteilerei wurde aufgehoben. Die Differenzierung der Welt in viele gleiche Segmente gibt es nicht mehr, dafür die Aufteilung der Welt in unterschiedliche Aufgabenbereiche - und viele davon global. Luhmann und andere nennen dies funktionale Differenzierung.

Es wird dabei beschrieben das viele (und zunehmend mehr) Einzelsysteme spezialisierte Formen annehmen und ihre Wirkungsweise über die ganze Welt spannen. Angefangen hat das mit dem Handel. Dann kam der Sport, die Bildung und mit ihr die Wissenschaft und ein paar weitere. In jeweils allen Bereichen weltweit die selben, enggefassten, akzeptierten Standarts.

Seit es so ist, dass wissenschaftlicher Fortschritt (egal wo auf der Welt) wirtschaftlich umgesetzt werden kann (auch global) und weiteren Wissensfortschritt forciert blüht die Welt praktisch (nicht überall aber mehr als jeher).

Das Problem: Eins unserer wichtigsten Funktionssysteme spielt in diesem fröhlichen Miteinander nicht mit, weil es das (nocht) nicht kann - die Politik. Sie agiert nicht global, sie henkt am Nationalstaat und das 196 mal auf der Welt.

Luhmann meint das sei so da die Welt zu unterschiedlich ist - politische Entscheidungen müssten jeweils nationalen Bedingungen angepasst werden. Ein weiterer Punkt: Politik muss sich legitimieren bevor sie loslegt. Wissenschaftler und Manager oder Sportler müssen das nicht. Sie nehmen teil indem sie sich an Standards orientieren. Der Wissenschaftler weiss: wahr ist was (für viele) plausibel ist; der Manager lernt und weiss was Geld bringt; der Sportler trainiert und ist erfolgreich und dabei. Der Politiker jedoch möchte Entscheiden, darf das aber nicht (einfach so).

Die Demokratie fesselt die Politik also an den Nationalstaat und sein mit der Legitimation beauftragtes Volk und kann dadurch nicht im Weltweiten Konzert des Fortschritts mitspielen. Ein echtes Problem, vor allem für die Politiker, da sie so tun müssen als könnten sie es doch damit sie überhaupt noch legitimiert werden.

Wo ich bin ist google auch

google helferVor einiger Zeit wollte ich in meinem ersten Writley-Überschwall schon wieder übers coole Internt und Google los lobhudeln, hab ich mir damals aber verkniffen. Aber nun, nach einigen Wochen der aktiven Nutzung, will ich es doch kundtun: Google ist cool und alles andere nicht.

Wer einmal dieses tolle spreadsheet und docs dingens ausprobiert hat, tritt alles ander in die Tonne oder lässt es gleich Links liegen. Ich frag schon gar nicht mehr nach Word, oder den anderen Kram. Ich suche auch nicht mehr lange nach meinem USB Stick. Und ich mache mir auch keine Gedanken darüber ob ich meine Hausarbeit dort weiter schreibe wo ich sie begonnen habe, oder ob ich sie dort ausdrucke wo ich sie zu Ende schrieb. Das sind quasi alles nur noch Erinnerungen an eine längst vergangene Zeit.

Der einzige (potentielle) Minuspunkt ist, das mein schöner Text wer-weiss-wo (potentiell) zu finden wäre… Aber solange ich es weder mit geheimen noch (finanziell) wertvollen Sachen zu tun habe, kommt mir das alles sehr recht und belebt mich mit Satisfikation.

(das letzte Wort las ich grad bei Luhmann, sehr schöne Sprache)

Ende des Fernsehens

In 44 Tagen ist das Fernsehen zu Ende. Das ist ne ziemlich schwere Kost fürs Fernsehen, weshalb es dort auch keiner richtig glauben mag - bis auf Harald Schmidt der regelmässig mit seinem Countdown daran erinnert.

Warum es die Fernsehleute aber langsam wirklich alle glauben sollten steht hier, Fernsehen wird von Blödis gemacht.

Irren ist weltlich

Also, Luhmann sagt, damit die Welt funktioniert wie sie es tut oder tun soll oder immer tat und deswegen weiter tun soll - braucht es nur den Fall das

fast alle unterstellen, daß fast alle zustimmen, (… bzw. …) fast alle unterstellen, daß fast alle unterstellen, daß fast alle zustimmen

bei dem wie’s läuft. Man denkt sich die Welt einfach so zurecht, wie man sie gern hätte und hofft das niemand widerspricht wenn man seine Maximen praktiziert.

Allerdings beschreibt Luhmann die Welt losgelöst von den Dingen, als Beobachtung von Beobachtung. Wir können die Welt nicht selbst beobachten, sondern sind auf die Beobachtungen angewiesen, die wir machen während wir zuschauen wie die Welt dargestellt wird. Und eigentlich kommt in unserem Gehirn gerade mal ein bisschen mehr an als ein kleines Zucken.

Nun kann man allen anderen zuschauen, wie sie die Welt beobachten, als was sie die Welt hinstellen, wie sie sie erfahren und verarbeiten (zumindest die Produkte davon). Wie aber kann man sich selbst beim Welt beobachten beobachten? - Gar nicht.

Deswegen ist der

Beobachter selbst (…) in dieser Operation (…) der ausgeschloßene Dritte.

Man nimmt an der Welt, der man so vieles unterstellt, gar nicht teil wie diejenigen die man beobachtet und denen man quasi unterstellt. Und das trifft für alle zu. Jeder hat seine eigene kleine Welt in der alle stattfinden ausser man selbst.

Deswegen braucht man sich gar nicht wundern, wenn man sich mal irrt.