End of the World (as we know it)

Once the state underwrites the deposits or makes alternative funding available as lender of last resort, deposit-based banking is a license to print money. That suggests that either deposit-banking licenses should be periodically auctioned off competitively or that depostit-taking banks should be in public ownership to ensure that the tax payer gets the rents as well as the risks.

Das ist in etwa meine Meinung, ausgespochen von einem LSE-Professor. ;-)

link (via)

Journal Füllmasse

  • Hier ein kleiner Text von mir als Sozialtheorist über die gesell. Funktion von Investmentbanken und die Folgen des Bankensterbens. Ein bisschen hypothetisch aber für uns Soziologen ganz interessant.
  • Oskar Lafontain hat heute Geburtstag, da gratulier ich mal auch in die weite Ferne des Internet hinein. Wenn ich ihm was wünschen würde, dann das was hier im letzten Absatz steht. ;-)
  • Da ich grade dabei bin. Wie man sieht, schreibe ich hier wenig und finde den Stil von Peter Glaser ganz toll. Nicht so viel Text, links und Bilder… Da das aber nicht für alle Themen probat ist, möchte ich mich hier noch selbst empfehlen - ich schreibe manchmal auch lange Texte, dann aber soziologisch angehaucht und hier drüben als Sozialtheorist. Wer Lust hat, aboniere doch meinen “Komplett-feed” als amazeman und Sozialtheorist: http://pipes.yahoo.com/amazeman/sozialtheoristen (Yahoo ist aber irgendwie nicht so fix, es dauert durchschnittlich 3h bis neue Items ausgeliefert werden - aber das kann ja auch egal sein)

Schnelllebige Zeiten?

Wir leben ja angeblich in schnelllebigen Zeiten. Dies scheint sich aber auf Leute wie Analysten, Finanzies und Medienleute, und über sie vermittelt auch auf uns, manchmal eher entgegengesetzt auszuwirken. Anstatt, dass die Finanzkrise wie aus dem Nichts, aus dem Finanzsektor heraus in die Realwirtschaft hinein, alles mit sich gerissen hat, was zu einem historischen Ein-Tages-Ereignis mit entsprechenden Nachwirkungen geführt hätte, schleicht sie langsam vorwärts und erstreckt sich über Monate. Bei den Bankenpleiten scheint das sogar kontrolliert so abzulaufen. Jede Woche eine, immer freitags, schön medial vermittelt für alle von uns.

Vielleicht passiert das tatsächlich, weil inzwischen eine gewisse Transparenz zwischen Finanz- und Restwelt herrscht.

Alles verloren

Mehr Studienabbrüche als zuvor, weniger studentische Mobilität als zuvor und 88% Unzufriedenheit unter den Studierenden + reines Chaos vor Ort. Tolles Experiment dieser europäische Bachelor.

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(via)

Holodeck

Star Trek hat uns ja schon vieles gebracht. Nicht nur Handies, sondern auch den Telefonstil, das Telefon mit eingeschaltetem Lautsprecher vor unser Gesicht statt ans Ohr zu halten. Das Beamen steht weiterhin noch aus. Aber so langsam scheint es Holodecks zu geben. Man bräuchte nur einen Raum voller Bildschirme, das Datenmatierial gibt es bereits.

Eindrücke aus Peking - und New York. Irgendwann, in 20 Jahren, wenn die Minibeamer fertig sind, haben wir alle ein kleines Holodeck zu hause.

(Peking via, New York via)

Großartig, Verlegenheit beinah idealtypisch

Verlegenheit bestimmt die Momente, in denen wir gleichzeitig zwei Verhaltenserwartungen entsprechen müssen aber nur eine bedienen können, wodurch die andere automatisch enttäuscht wird. Ein kleines, alltägliches Kurzzeitdilemma.

Ein Beispiel dafür: Republikanische Parteitagsgänger werden gefragt, wie die Schwangerschaft von Sarah Palins Tochter “family issue” sein kann, die Partei aber gleichzeitig bemüht ist, diese privaten Entscheidung, sei es Homoehe, Abtreibung oder (unehelicher) Nachwuchs von Minderjährigen politisch zu regeln. Das passt ja offensichtlich nicht zusammen.

Hier ein paar sehr verlegene Republikaner und ihr Problem mit dem Wort “Choice” in der Daily Show. (ab 15 Min. ungefähr)

Update: kommt doch schon ein paar Minuten eher - 11 oder so. Muss man mal ausprobieren - die Werbung macht es ein bisschen schwer.

Herbstblüten


1/4 meines Balkongartens blieb, trotz dem ich dort gesät hatte, fruchtlos
leer. Doch nun, kurz vorm Saisonende, kam doch noch ein Nachzügler.

Herbstblüten


1/4 meines Balkongartens blieb, trotz dem ich dort gesät hatte, fruchtlos
leer. Doch nun, kurz vorm Saisonende, kam doch noch ein Nachzügler.

Geflügelte Plagegeister


Man, diese Viecher nerven.

Letzte Zuckung / erste Regung

Erste Regungen - letzte Zuckungen. ;-) Und dazu solche Statements. Wie aus dem Soziologielehrbuch!

Dazu wird es demnächst einen ausführlichen Sozialtheoristen-Beitrag von mir geben… Wohl der erste in dem die Politik mal gut wegkommt, situationsbedingt.

Olympia Doping und überhaupt

Olympia ist nun rum und so ganz möchte ich mich auch nicht einem dieser unsäglichen Themen verschließen, dass einem die letzten Wochen aufgedrängt wurde: das magisch-mystische Doping.

Bleibe ich mal nur beim Schwimmen. ARD/ZDF wurden ja nicht müde zu betonen, das jeglicher Goldsieg nur mit Sekpsis aufzunehmen ist. Es hätte ja gedopt werden können. Was genau hinter dem Doping steckt wurde dann aber nicht erklärt, es wurde schlicht als abstrackte Größe in den Raum geworfen. Doping könnte man jedoch auch erstmal wertfrei als Leistungsmerkmal aufgreifen um es überhaupt einsortieren zu können.

Ich stelle mir die leistungsbezogene Merkmalskonstelation, die gute Schwimmer hervorbringt, ungefähr so vor - nach Wichtigkeit sortiert:

  1. Körperbau - Der Körperbau eines Schwimmers ist nach meiner Ansicht von größter Bedeutung. Es ist wie bei den meisten Ballsportarten - es gibt ein Gardemaß, dass beim Schwimmen nicht allein die Körpergröße betrifft, sondern das sich auch auf das Armlänge/Körpergrösse-Verhätnis bezieht, auf die Fussgrösse, Handgrösse, Kopfform. Das alles ist wichtig, da die Hydrodynamik eine nicht ganz so simple Sache ist, wie der Luftwiederstand, der allenfalls ab 50km/h eine Rolle im Sport zu spielen scheint.
  2. Mentale Einstellung - Schwimmen an sich ist nicht gerade eine der spannendsten Angelegenheiten. Irgendwann hat man keine Lust mehr seine Brille vom Dunst zu befreien, die Ohren sind eh unter Wasser, Wasser in Mund und Nase - da besteht nicht viel Kontakt zur Umwelt wenn man wie die Olympioniken 5h am Tag im Wasser ist, das könnte ziemlich vereinsamen… Sich da durchzubeisen ist also nicht nur körperlich anstrengend.
  3. Trainingsintensität - Phelps und der Rest der Gang vertrainiert pro Tag 8000 kcal pro Person. Die sind also nicht bloß trainiert im herkömmlichen Sinne, deren Körper funktioniert völlig anders.
  4. Material - Wenn es viel ausmachen würde in einem Komplettanzug wie Ian Thorpe zu schwimmen, würde Phelps das sicher auch machen. Macht er aber nicht, also geh ich davon aus, dass es sich bei “künstlicher Haifischhaut” letzlich doch nur um einen Gag handelt. Rasieren scheint zu reichen.
  5. Doping - an fünfter und letzter Stelle kommt meiner Meinung nach das Doping. Es ist aufwendig, kompliziert bringt psychisches Ungleichgewicht, da man sich der Sache (ausser in Jamaica) nie sicher sein kann… Es ist eine komplizierte Sache, bei der man am Anfang nicht weiss, was letztlich passieren wird. Wer hat schon eine Doping-Forschungsabteilung?

Und überhaupt: Doping allein anhand der Konzentrationen von Substanzen irgendwo im menschlichen Körper nachzuweisen ist mir viel zu kurz gegriffen und hat auch unfaires Potential. Die Liste der Dopingsubstanzen ist so lang, dass man, wenn man mal eine Gesellschaft testen würde, die Hälfte gedopt wäre. Zuviel Kaffee, Sprays und Salben am morgen und man ist gedopt. In einigen Fällen, wenn es beispielsweise nicht um den Nachweis verbotener Substanzen sondern um Grenzwertüberscheitungen natürlicher Substanzen geht, sollte man auch auf Motiv ermitteln, anstatt einfach nur 5% zu viel Testosteron nachzuweisen.

Doping/Nicht-Doping scheint eh eine willkürliche Grenze zu sein. Die Argumente mit Gesundheit und so greifen alle nur halb. 8000 kcal pro Tag sind sicherlich ungesünder als 5 Tassen Kaffe, eine Schmerztablette oder eine Creme zur schnelleren Heilung von Hautabschürfungen… Aber solange man niemanden erklärt was ein Begriff bedeutet, siegt die Tonalität in der er vortetragen wird.

Batman - kurze persönl. Filmkritik + allg. Filmkritikkritik

Ich war die Tage, wie so viele Internetschreiber, ebenfalls im Kino und habe den neuen Batmanfilm gesehen. Viel zu schreiben gibt es kaum, es gibt ganz wunderbare Kritiken zum Film (hier, hier, hier oder hier - und zur Ergänzung hier) - da muss von mir aus nichts ergänzt werden. Ich kann meine Kritik in einem Vergleich zusammenfassen. Der Film ist bombastisch und perfekt aber eben auch kühl und zu abgeklärt kalkuliert - wie die Pekinger Olympiaeröffnungsfeier.

Soweit zum Film. Beim Lesen all der wunderbar ausführlichen und durchdachten Kritik zum Film fielen mir wieder ein paar Punkte auf, die ich oft nicht ganz nachvollziehen kann - und die unabhängig vom einzelnen Film immer wieder auftauchen.

Da ist zum einen der ewige Vergleich zwischen Film und Buch, im Batmanfall des Comics. Gerade heute, in einer Zeit in der jeder selbst künstlerisch aktiv ist und man immer darauf beharrt, dass man Werke mit eigenem Wert schafft, und sei es noch so gemashuped, wird genau dieser Anspruch auf eigenständige, künstlerische Werthaltigkeit den Kinofilmen bzw. ihren Machern abgesprochen. Ich finde ja auch, dass der Dark Knight etwas zu realistisch ist. Wenn Batman schon verreist sollte er nicht nach Hong Kong fliegen sondern nach Metropolis oder sonst wo hin, dennoch finde ich es überzogen, zu verlangen, dass wie bei “300″ einzelne Bilder des Comics nachmodeliert werden sollen. Ist es eben ein menschlicher Batman mit einem Auto, dass tatsächlich kaputt geht… In 20 Jahren kommt eine neue Batmanreihe.

Der nächste Kritikpunkt, der immer wieder auftaucht, ist der zu den deutschen Synchronfassungen. Joker, schmatzend und mit gebrochener Stimme, dass wollen immer so viele im original. Die Kritik, dass deutsche Fassungen minderwertig sind trifft, denke ich, wenn überhaupt nur in der Hälfte der Fälle zu - nämlich bei den Frauen. Bei den Männern steht bei mir aber ausser Frage, dass ich lieber Manfred Lehmann als Bruce Willis und lieber Christian Brückner statt Robert De Niro im original höre. Nicolas Cage, John Travolta, Alac Baldwin sind deutsch synchronisiert nicht zu toppen. Vielleicht hat ja mal jemand den neuen Akte-X-Film im Kino gesehen, in dem Mulder nicht von Benjamin Völz synchronisiert wird - langweilig wie das original.

Dritter und mir wichtigster Punkt bezieht sich auf das Vergessen der Musik. Filme leben in meinen Ohren zu 80% von der Musik, der Rest geht für Dialoge und Sounds drauf. Manchmal, wie bei “Batman Begins” ist sie so gut und so passend, dass sie im neuen Batman komplett wiederverwendet wird. Nicht nur einzelne Motive, wie man es in Serien kennt, sondern die komplette Komposition. Ich habe jedenfalls keine neuen Töne im neuen Batman gehört, es wurde nur alles neu zusammengeschnitten. Hans Zimmer schafft eben immer Werke die über den jeweiligen Film hinausreichen und die von den meisten Filmkennern einfach überhört werden. (Im Grunde, bezeugen sie damit Hans Zimmers Anspruch, dass gute Musik im Unbewußten verschwinden und das bewußte Dialog verfolgen, usw. unterstützen soll. Aber es schadet oft nicht doch mal bewußter hinzuhören. Spezieller Tipp: Aus Batman Begins - “Molossus” - sollte man ruhig mal ohne Film hören! Oder bewußt mit Film - es ist die Szene in der Batman die vergiftete Rachel in seinem Batmobil in seine Höhle fährt. Und zum Vergleich könnte man die Szene dann mal ohne die Musik anschauen…)

Letzter aber besonders nerviger Punkt, wenn Filme eingeschätzt werden kommt vor, wenn das Kino mit dem Hörsaal verwechselt wird. Bei Batman erwarte ich keinen Tiefgang sondern will sein Auto, sein Motorad und sein Umhang in Aktion sehen. Wenn der Joker dazwischen deutsche, klassische Philosophie bemüht ist das zwar schön, aber auch nicht zwingend erforderlich. Wenn ich den ganzen Tag wertschöpfenden, bildenden oder sonstigem Alltagskram nachgegangen bin, brauche ich abends im Kino keine Momente, mit denen ich rechtfertigen kann, dass ich auch jetzt was für meine Bildung, die Menschlichkeit und die Moral getan habe. So lässt sich “24″ und Michael Bay geniesen und bei Batman sollte es ebenfalls so sein. Das uns der Regisseur moralisch bevormunden will und ab und zu zu offensichtlich Gutmenscherei verbaut, sollte man einfach ignorieren. Tötet und foltert Batman eben nicht. Pustekuchen.
Weshalb allerdings diese Echolot-Mobilephone-Technik als so böse und ethisch fragwürdig im Film platziert wurde habe ich nicht verstanden. Es ist schließlich natürliche “Bat-tech”, die sich Batman eben nachgebaut hat, er ist ja schliesslich nur eine Möchtegernfledermaus mit Ohren, die bisher funktionslos an ihm herumschlapperten.

Und zu guter Letzt. Batman bekommt von mir 4 von 5 Sternchen. Den einen Abzug kassiert er durch zu viel Autorenkalkül. Vielleicht sollte sich Michael Bay mal der Sache annehmen. Dann können die Autoren und Tricktechniker die Bilder komponieren wie jetzt auch, trotzdem schmeisst Michael Bay in den entscheidenden Momenten dann seine Autos einfach auf die Strasse und hofft, dass die ein oder andere Kamera ein gutes Bild eingefangen hat - das wäre die richtige Mischung.