Dieter Bohlen ist hinglänglich bekannt. Vorweg noch ein paar Worte zu Denny Crane, dem Spaßmacher aus Boston, der schon mal ein eigenes Raumschiff hatte.
Er ist ein in die Jahre gekommener Anwalt in Boston bei “Crane, Pool & Schmidt“, der liebenswerten und erfolgreichen Anwaltskanzlei, die’s jede Woche bei Vox zu sehen gibt. (Zur Zeit grade Staffelpause) Denny Crane, der Legendäre, der nie einen Fall verloren hat, ist inzwischen alt und hat BSE, glaubt er. Und er passt sein Verhalten dementsprechend an. Langfristige Planung und Affektkontrolle ist für ihn Vergangenheit. Er lebt alles im Hier und Jetzt aus, was dazu führt, dass er schonmal ohne Hosen durchs Gericht rennt, wenn ihm die Richterin gefällt oder im Büro scharf auf Enten schiesst. Demokratische Positionen versteht er schon lange nicht mehr. Er ist Republikaner durch und durch.
Nun geschah es, dass Denny Crane zu einem farbigen Jobbewerber sagte: “Schön, sie klingen gar nicht wie ein Schwarzer!” Was natürlich bei allen Beteiligten, ausser ihm, für Bestürzung sorgte und schnell die mediale Runde machte. Um diese rassistische Äußerung wieder grade zu biegen, gab Shirley Schmidt (für ihn einzige Respektsperson und Freundin, ebenfalls Kanzleiseniorpartner und Juristenlegende) eine Pressekonferenz und meinte sinngemäß: Diese Äusserung ist nicht der Rassismus von Denny Crane sondern der der Gesellschaft. Als Anwaltskanzlei muss man den gesellschaftlichen Strömungen Rechnung tragen und sie eben explizieren.
Und genau das kann man auch über Dieter Bohlen sagen, wenn er die Jugen bei DSDS abwatscht. Das es seine Meinung ist, ist nicht das Problem. Sondern eher, dass es anschlußfähig ist. Zumindest im Prinzip. Denn eigentlich ist nicht mal das das eigentliche Problem, zumindest nicht meiner Meinung nach. Das er manchmal über die Stränge schlägt kommt eben vor, das wird unter der Varianz verbucht (deren Ereignisbereich besonders gern medial ausgeschlachtet wird).
Das Dieter Bohlen den Unverbesserlichen und Arroganten (manchmal auch Hilflosen - zugegeben) die Meinung sagt, ist doch eigentlich gar kein Problem. Nur weil es stattfindet, Aufmerksamkeit erregt und dadurch leicht handhabbar ist, wird es offen kritisiert. An eigentlichen Problemen, geht diese Art des vermeintlichen Jugendschutzes doch weit vorbei. Alles nur Geheuchel von Gutmenschen und Weltverbesserern. (Dieser Link nur mal exemplarisch als erster bei Google: Dieter Bohlen Kritik)
Bei Dieter Bohlen weiß man, er sagt das was er sagen will. Bei seinen Kritikern spielen jedoch oft die manipulativen, lobbyverzehrten und um Anhängerschaft heischenden Meinungsbildungsprozesse eine Rolle. Vor allem wenn die Aussagen aus kirchlicher und politischer Richtung kommen.
