Es ist Jahrtausende her, dass Platon die Empfehlung gab, man solle einen Staat von Philosophen lenken lassen. Menschen die alles im Griff haben, alles überschauen, vorurteilsfrei urteilen, mehr als andere wissen - eben prädestiniert sind für die große Aufgabe letzte Instanz zu sein und alles beieinander zu halten.
Als jüngerer Mensch glaubte ich in so einer Welt zu leben, ich schrieb es vor ein paar Wochen schonmal. Es ist doch alles so prächtig, wir hungern nicht, leiden nicht, leben lange und ziemlich zufrieden.
Also kommt man zu der Frage - wie kann es sein, dass es uns so geht und wir dennoch über die schimpfen, die die letzte Instanz ausfüllen. Also: Bernd Ulrich stellt diese Frage, Politiker und Politikverdrossenheit sind gemeint und Politiker finden diese Frage berechtigt. Ich hingegen tendiere eher zu dieser Antwort.
Es gibt keine letzte Instanz die alles regelt. Es ist ein freies Spiel der Kräfte. Die grossen Fragen können meist gar nicht politisch geklärt werden, weil es keine politischen Fragen sind. Einer Oswald Meztgers Lieblingssätze aus dem Artikel:
Wer Politiker verachtet, verkennt ihre wahre Größe.
Politiker sind keinesfalls eigenständig entscheidende, unabhänig handelnde, alles beachtende philosophische Staatslenker. Die Politik moderner Staaten ist im Grunde in etwa so angelegt, durch ihre abgeordneten Demokratievollzieher, als Gegenpol bzw. Mitspieler im Kräftespiel zu wirken.
Mittlerweile hat sie ihre Aufgabe aber aus den Augen verloren und pendelt (nur noch) zwischen Volksbegehren und Lobbyarbeit. In Europa überwiegt im grossen und ganzen die Lobbyarbeit, in Amerika ist es noch eher das Volk, das Politik durch viel direktere Zugänge ausgestaltet.
Politiker haben eine wahre Größe, wie sie jeder andere Mensch auch hat. Sie sind mit ihrem autorisiertem Status nur wichtiger, da sie weitreichender entscheiden. Wer auf einem Gebiet gepunktet hat, kann jedoch auf anderen Gebieten schnell zum Tölpel werde. Nach ein, zwei Ausflügen in fremde Gefilde ist es mit der wahren Größe schnell vorbei.
Aber Politiker sind nicht die einzigen, die plötzlich Quatsch machen. Schaue man sich Eva Hermann an. Ausgestattet mit der Möglichkeit unglaublich viele Menschen zu erreichen, nutzt sie ihre Popularität um einen wahrhaftig unglaublichen Fehler zu beghenen, wie man ihn nicht mal im privaten Bereich von vielleicht 10 Menschen duldet. (An die These des cleveren Marketings glaube ich nicht).
Scheint alles nicht so einfach zu sein, wenn man einmal an der Macht ist. Sei sie medial, juristisch, politisch, o.ä..
Besonders schlimm ist aber, dass es zunehmends so kompliziert zu werden scheint, dass man selbst auf seinem eigenen Fachgebiet die Kontrolle verliert und alles den Bach runter geht, wie diese Siemens Untergangsgeschichte zeigt.
Fazit: Bloß nicht an höhere Mächte glauben, die es schon regeln werden. Und niemand hat von amtswegen wahrere Größe.









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