Respekt vor Gabriele Pauli

Gabriele PauliFrau Paulis Zeit in der großen Öffentlichkeit ist nun wohl um. Zumindest hat man ihr die Bühne genommen, auf der sie das letzte halbe Jahr gespielt und sich produziert hat.

Es gab mal eine Zeit, da hat man uns im Kindergarten Bilder von Umweltzerstörung, Tierquälerei usw. gezeigt worauf wir Kinder natürlich alle mit Bestürzung und der Frage reagierten, weshalb die Erwachsenen das zulassen, dulden und eigentlich, und das wurde immer klarer, billigend in Kauf nehmen.

Langsam lernte man dann die Gesetzmäßigkeiten kenne, nach denen alles funktionierte, auch wenn es überhaupt nicht zufriedenstellend funktionierte.

Damals haben wir uns gefragt, warum nicht einfach jemand von denen, die mitreden und entscheiden dürfen, aufsteht und ein ‘Veto’ oder so was einlegt oder ein paar Sachen zumindest mal zum Thema macht.

Und im Grunde ist Gabriele Pauli so eine Person. Ihr Lebenslauf verläuft ziemlich geradlinig, so dass man beinah davon ausgehen kann, dass er letztlich ziemlich weit oben endet. So läuft es ja generell in der Politik und wahrscheinlich besonders in der CSU. 30 Jahre CSU hat sie jetzt hinter sich und bis zur Landrätin hat sie es gebracht.

Und nun setzt sie alles aufs Spiel um ein paar wirklich gute Ideen, eine große Menge Vorschläge und die ein oder anderen direkten Anträge bei einem Parteitag vorzubringen - die aber alles andere als programmkonform bei der CSU sind.

Das ist bemerkenswert. Sie ist eigentlich eine wahre Heldin. Eine die sich in einem Schweinesystem hochgearbeitet hat und nun aufsteht und den Herren (noch sone CSU-Eigenheit) mal ordentlich auf die Nasen haut.

Das verdient Respekt.

Ich hoffe sie hat Recht mit der Annahme, dass es nun Zeit braucht. Das sie den Parteivorsitz nicht erringt war ja klar, in Zukunft wird sie es aber wieder mit ihrer eigenen Landratsebene zu tun haben und dort wird sie nicht von ihr fremden Arschkriechern abgewatscht werde - da bin ich mir ganz sicher. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen.

Und ausserdem wird so auch mal gezeigt, dass man sich in einer Demokratie nie vor Opposition drücken kann. Ganz egal wie gut man alles im Griff hat.

Bild: gabriele-pauli.de 

Man, Arminia!

In unserer aktuellen Fakultätszeitung wird ein Professor mit “Nichts!” auf die Frage hin zitiert, was man in Bielefeld denn auf jeden Fall gesehen haben sollte. Die weitere Begründung seines “Nichts!” liest sich ganz schlüssig, meint er doch, gerade dass sei so entspannend an Bielefeld, man muss nichts hinterher jagen und wenn man Bielefeld verlässt, hat man mit Sicherheit nichts verpasst.

Ich persönlich finde ja, man sollte zumindest mal im Stadion vorbei geschaut haben. Wenn Arminia spielt, weiß man nie was man bei Abwesenheit verpasst. Mal ist alles ziemlicher Scheiss. Mal läuft es dann doch ganz rund. Und manchmal, ist es grausam. Glücklicherweise fand das heutige Debakel nicht in Bielefeld statt. mit 8 Gegentreffern verloren… Man! Und ich dachte, mit Ernst Middendorp stellt sich tatsächlich ein kleiner Höhenwind ein. Aber alles was die letzten Monate so gut lief, rächt sich aktuell.

Ich habe es die letzten Sportschaun über gemerkt; es macht mehr Spass sich über Dortmunds Niederlagen zu freuen, als auf Arminia-Siege zu hoffen. Dortmund, und das soll hier sinnloserweise auch noch erwähnt werden, ist in meinen Augen die FDP der Bundesliga. Sie können nichts, halten sich aber für ganz groß, waren es jedoch allenfalls früher einmal. Wer solch einen Etat verbrät und dann nichts auf die Reihe bekommt, dem lache ich beim Absturz hinterher. Vor allem ist es völlig unverständlich, wie ein Trainer, der es tatsächlich schaffte den HSV beinah in die 2. Liga zu führen, dort seelenruhig einen Negativrekord nach dem anderen aufstellen darf, ohne das man ihn von seinem hohen Roß stürzt.

Wenn es Werder, Schalke und die Bayern nicht gäbe, wäre ich völlig desinteressiert am Fussball - zuviel Scheiß.

Selbstreferenz..?


Jo, so aufschlußreich steht’s in Detlef Krauses Luhmann-Lexikon… :-)

Fw: Es ist, wie es ist

Dieser Text ist ganz hervorragend. Es gibt anscheinend mehrere Zugänge zur Soziologie als nur den soziologischen, den einzigen den ich bisher kennen gelernt habe. Daher hier eine Leseempfehlung - für den verlinkten Beitrag und den Rest der Seite.

Ho, ho, ho


Und das, wo doch grad die Sonne nochmal rauskommt…

Paris im Fazit

Eiffelturm Diese Überschrifft hätte beinah “Paris - Stadt der Miefe” gehiessen. Aber man soll den ersten Eindruck ja nicht überbewerten. Ausserdem bemerkt man schnell, so ab dem fünften Eindruck, dass es zwar überall in Paris riecht - nicht immer jedoch so, als hätte man König Ludwigs toilettenfreie Tradition fortgesetzt. Innerhalb von 3 Tagen in Paris kann man Gerüche wie Pisse auf der Strasse, Weihnachtsmarkt in der U-Bahn oder Zitrusfrische in Treppenhäusern erhaschen - kein Wunder, dass Grenouille hier Gefallen gefunden hat und auch kein Wunder, dass er schnell zwischen gutem und schlechtem Geruch unterscheiden konnte.

Pariser Strassenzug bei Stadtrundfahrt Alles in allem ist Paris eine grossartige Stadt. Man merkt, dass man sich eher im Süden Europas aufhält. Die Häuser sind verschnörkelt, die Kirchen sind alt und riesig, die Strassen sind Jahrhunderte alt und eine der größten Attraktionen ist, dass alles noch steht und zwar prächtig, renoviert/restauriert und immer ein bisschen aktiv präsentiert, besonders nachts. (Das mit besonderer Erwähnung, da es ja durchaus Gegenden in Italien oder Spanien gibt, die weltberühmt sind, aber in den nächsten Jahren wohl einstürzen werden.)

Champs-Ã�lysées Was man in Paris auf jeden Fall tun sollte, ist eine Tagesbustour mit dem l’open tour Paris Service. Der bringt einen überall hin und bietet die übliche Ein- und Aussteigemöglichkeit, um alles im eigenen Takt zu erkunden. 4 Linien bringen einen in 4 Stunden, wenn man nicht aussteigt, durch die ganze Stadt. Wenn man sich die Hauptattraktionen ansieht und dafür aussteigt, ist der Tag schnell rum.

Eiffelturm Was man keinesfalls unterschätzen sollte - im Sinne von: ist alt, ausführlich dokumentiert, ‘machen wir einen kurzen Stopp’ sind Eiffelturm und Louvre. Der Eiffelturm ist nun beinah 120 Jahre alt (er hat gerade Geburtstag, wenn man vom Grundstein ausgeht), ist aber immer noch, besonders wenn man bei seinen Reisen durch die Welt gebäudefixiert wie ich ist, ein einzigartiges, riesiges, graziöses (grazil und groß) bauliches Meisterwerk, das von Paris zu Recht und perfekt in Szene gesetzt wird! Wenn man hoch fährt und abwärts, ab da wo die Treppen beginnen (57m Höhe), läuft, bekommt man sicherlich den besten Eindruck von diesem Jahrhundertwerk, das beinah über der Stadt schwebt.

Louvre Beim Louvre genau das gleiche. Hier überzeugt die Größe, nachdem man so oft enttäuscht ist, wenn man in ein Museum gegangen ist. Das New Yorker MoMA ist bisher das einzige, das ich richtig toll fand, weil man nach 4h immer noch nicht durch ist und sich nicht langweilt. Beim Louvre ist es so, wie alle sagen - ohne Jahreskarte bekommt man allenfalls einen kleinen Eindruck.
Was bei dieser Größe besonders positiv auffällt ist, dass afrikanische, ozeanische, alt-amerikanische, usw. Kunst ebenfalls seinen Stellenwert bekommt und dort auf 2 Fluren grösser ist, als alle Kunstmuseumsflächen 30km um Bielefeld zusammengenommen. Bei der Mona Lisa ist es im übrigen besonders nett vorbeizuschauen, allein um sich die Leute anzusehen, die um die halbe Welt fliegen, um sich einmal mit ihr fotografieren zu lassen - besonders lustig sind die Amerikaner, sie stehen permanent mit dem Rücken zu ihr - während die Asiaten zwar ihr zugewandt sind, aber sie anscheinend nur via ihrer Kameradisplays sehen (wollen). ;-)

Paris ist auf jeden Fall eine Reise wert. Wenn man da ist, muss man auch eine Seine-Rundfahrt in der Dämmerung machen. Und falls man aus Jena anreist, sollte man wissen, dass die Brücke vorm Eiffelturm die Jena-Brücke ist!

Und den Autoverkehr? Einfach ignorieren und so tun, als gäbe es ihn nicht - dann kommt man über jede Straße (siehe Ulrich Wickert im dokumentierten Selbstversuch)! Das gleiche gilt für Ludwigs Schloss in Versailles - einfach ignorieren.

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