Ich gehöre ja zu denen, die nicht nur andauernd Tokio Hotel hören, sondern auch immer Harry Potter am Erscheinungswochenende zur Hand nahmen und meistens auch binnen 3-Tagesfrist durchlasen. Was, grundsteinlegend für diesen kurzen Beitrag hier, bedeutet, dass ich die Faszination kenne, die im Leser ausgelöst wird, wenn man erfährt, dass Harry Potter die Möglichkeit gegeben wird, Vergangenheit auf der direkten Beobachtungsebene zu erfahren. Das, was sich jeder Historiker wünscht, jeder Nostalgiker bewahrt und wovon Eltern träumen, wenn sie ihre Kinder belehren - passiert Harry einfach so, durch einen Unfall. Er fällt in Professor Dumbledores Denkarium. Eine Schale die mit silbernen, wabernden Gedanken gefüllt ist, in die er hineingezogen wird, als er sich zu nah nach unten beugt, um zu erkennen, um was es sich da handelt.
Nun ist es normalerweise so, dass es sich bei Harry Potter um einen Buchhelden handelt, genau wie bei Dumbledore, der durch seine unendliche Weisheit selbst im Sterben dem Bösen noch ein Schnippchen schlägt. Dieses Denkarium ist als Idee an sich und als Werkzeug im Buch eine der faszinierendsten Dinge, übertroffen vielleicht nur noch von Portschlüsseln und Zelten, die von außen klein aber von innen riesig sind.
Wie auch immer … Solch ein Denkarium gibt es tatsächlich, und noch besser, auch einen dazugehörigen, in seiner unendlichen Weisheit faszinierenden, Dumbledore. In echt heißen sie jedoch: Niklas Luhmann und sein Zettelkasten (eigentlich ist ja sein ganzes Büro ein einziger Zettelkasten).
Und Andre Kieserling ist in dem Fall Harry Potter. Ich habe ja nun das Glück an der Uni Student zu sein, in der er lehrt, wodurch ich ihn regelmäßig (zumindest) erlebe und daher vermute ich, dass er in diesem Radiointerview ziemlich untertreibt und am Wochenende einen wahrhaft bewegenden Moment erlebte, als er Luhmanns Denkarium durchstöbern durfte.
Ob jetzt zu viele Kommas in dem Text hier sind..?




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