Politik ist die Tätigkeit bei der die Strippen gezogen werden an denen beinah alles hängt. Und da sich die Strippen eher im verborgenen am besten ziehen lassen, bin ich davon ausgegangen, dass es diesen typischen, politischen Strippenzieher Charakter gar nicht mehr gibt - weil ja inzwischen alles so leidvoll schnell geworden ist. Keine geheimen Gespräche, alle drei Stunden ist alles neu usw. Man kennt die Annahmen über die heutige Zeit.
Aber einen scheint es noch zu geben. Jean Claude Juncker den luxemburgischen Regierungschef. Man kann es sich in etwa so vorstellen: Man sucht sich ein ziemlich kleines Land (um geboren zu werden), genau genommen das zweitkleinste von Europa lässt sich von den 470.000 Einwohnern zum Chef wählen und etabliert sich so in der EU. Dort agiert man dann 12 Jahre und mehr und stellt beinah alles im ‘Alleingang’ auf die Beine was Europa ausmacht, während die anderen Herrscher kommen und gehen. Etwas überspitzt ausgedrückt - aber Juncker ist vielleicht der einzige echte Europapraktiker unter den Politikern.
Wenn er doch nur den Rückhalt eines großen, mächtigeren Landes hätte - einen Streit wie den mit den Polen hätte es nie gegeben. Merkel hat es zwar anscheinend tatsächlich gut gelöst - einfach die Worte im Text verschoben, so dass es schöner aussieht aber auch beinah nichts anderes bedeutet - aber Juncker hätte man doch niemals getraut solche Vorwürfe zu machen, wie sie aus Polen gegen Deutschland kamen. Juncker hätte das alles im Vorfeld deeskaliert und im Griff gehabt. Glaub ich. Wer ihn, wenn auch nur zur Profilierung, anpöpelt müsste doch ein echtes schlechtes Gewissen bekommen.





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