Weltweit Zeitungen lesen

400 Zeitungen aus aller Welt zu lesen, das ist verlockend und mit dem Internet sowieso schon längst möglich. Nun gibt es mittels Internet die Möglichkeit, all diese Zeitungen so zu lesen, wie sie auch vor Ort gelesen werden. Dank http://library.pressdisplay.com.

Bis vor 20 Minuten kannte ich das auch nicht. Aber meine Uni lies mich gerade wissen, dass es diesen Service gibt und das ich ihn als Uni Bielefeld Angehöriger auch nutzen kann. Ich hoffe dieser Test des Service bewährt sich.

Zeitung

Denn wie in vielen anderen Dingen auch, spielt das authentische Erleben eine Rolle. Und wenn man eine Zeitung so liest, wie sie sich gibt und gesehen werden möchte, anstatt sie nur inhaltlich abzugrasen, macht das schon was her.

Link für die Bielefelder: http://www.ub.uni-bielefeld.de/aktuell/aktuell_main.htm#press man braucht nur den VPN-Client der Uni anschmeißen und los geht’s.

0521 - Bielefeld


Gutes Symbolfoto. Aus dem Himmel im nirgendwo anrufen…

Metamüll


Ich fand diese Mülleimer nicht schlecht. Wer weiß warum sie nun aussortiert wurden.

Slippery When Wet II

Nicht erst seit der EMA-Show von gestern, bin ich ein Tokio Hotel Fan. Aber seit ihr noch ein bisschen mehr:

Und da Leute, die sonst nichts zu lachen haben, gerne über Tokio Hotel und ihre Fans lachen, hier noch ein Hinweis: Wer lacht, schaue sich die Fans von Depeche Mode bzw. Dave Gahan an - die benehmen sich genauso.

Das soll nicht heissen, das ich was gegen diese Art der Augenblickseuphorie habe - aber sie findet sich eben überall und hat nur zufällig mit dem angesprochenen Künstler zu tun.

Sozialromantik

Googles aktuellen Leitsatz: “The web is better when it’s social”, finde ich ganz schön cool in Szene gesetzt. Wer bei dieser einstündigen Präsentation des Opensocial-Vorhabens noch Zweifel daran hat, dass tatsächlich alles besser ist, wenn es sozial ist - tja, dem ist nicht zu helfen. Lagerfeuer, gute Stimmung, Teechen - alles dabei. Nur gesungen wurde nicht.

soziale praxis

Man könnte beinah behaupten, sie haben den Sozialismus noch nicht ganz abgeschrieben. heyho socialism 2.0!

Umgang mit Wahrheit

Wir Menschen sind ja immer noch Jäger und Sammler. Weshalb wir unsere Urinstinkte in dieser modernen Zeit nicht abgelegt haben, ist die Frage, der manche Wissenschaftler meiner Meinung nach völlig unbegründet nachgehen. Auch die modernen Zeiten, sagen wir die letzten 300 Jahre Zivilisationsgeschichte, erfordern von uns, dass wir im Grunde Jäger und Sammler sein müssen, um überleben zu können.

Wir sammeln und jagen: Macht, Geld, Wahrheit, Erfolg, Gesundheit und vieles Weiteres mehr. Früher, als man noch Beeren und Reißaus nehmendes Fleisch jagte und sammelte, war nur alles einfacher - aber nicht anders.

Anstatt im Wald jagen und sammeln wir heute in Organisationen. Im Unternehmen jagen wir dem Geld hinterher um es einzusammeln, in der Uni jagen und sammeln wir die Wahrheit, im Krankenhaus jagen wir Gesundheit und im Sportverein jagen und sammeln wir Erfolge. Im Prinzip ist alles wie früher, nur toben wir nicht mehr nur durch den Wald.

Nun stellt sich jedoch die Frage: Was ist die Wahrheit? Wie kann man sie sammeln oder ihr hinterher jagen.

Vom Geld wissen wir, was es ist und wie wir es bekommen. Geld ist das, was wir überall benutzen können, um alles zu erhalten, ohne das wir jemanden überreden müssen uns etwas zu geben. Wir tauschen es einfach gegen Geld. Die Frage ist also nicht - was ist Geld, sondern eher praktisch: Wie viel habe ich zur Verfügung und wie komme ich an mehr?

Ebenso einfach ist es bei sportlichem Erfolg, Gesundheit und vielem Weiteren. Sportlicher Erfolg ist, wenn man ganz oben auf der Liste steht, die Leistungen nach vorgefassten und von allen akzeptieren Standards vergleicht. Gesundheit ist, wenn wir uns psychisch und physisch gut fühlen bzw. den anderen nicht grundlegend nachstehen, wenn wir uns mit ihnen vergleichen. Usw…

Aber wie gehen wir nun mit der Wahrheit um, wo wir doch wissen bzw. es für wahr erachten, dass wir vielleicht gar nicht die richtigen Sinne haben, um sie zu erkennen. Man kann argumentieren, dass wir uns auf gewisse Standards festgelegt haben, Methoden, die zumindest Argumente vergleichbar machen. Aber das kann ja nicht die ganze Antwort sein.

Schließlich gibt es da die Paradoxie, dass man sich nur über Dinge unterhalten kann, die alle gleich erleben oder aber mindestens: die alle auf Basis gleicher Standards erleben. Es gibt: juristische Wahrheiten, sportliche Wahrheiten, die Wahrheiten der Bilanzen, die Wahrheit über Gesundheit – eben Wahrheiten anhand von Standards. Jedoch keine absoluten Wahrheiten. Mann kann keine Standards finden, wenn alles möglich sein muss, da Standards Unterscheidungen vor-festlegen und dadurch ergebnisoffene Beobachtung ausschließen.

Spreeblick Malte schreibt:

Würde eure Mutter plötzlich, wenn ihr sie nach der Erdbeermarmelade fragt, antworten, dass die Beeren vor vielen Jahren von Jesuiten in der Erde versteckt wurden, um die Menschen zu Bergbauarbeiten zu verführen, dann wäre es offensichtlich nur begrenzt sinnvoll, darüber zu diskutieren, ob ein wahrer Kern in dieser Botschaft steckt. Es ginge um die Frage, ob man ihr helfen muss.

Ist es so einfach? Wo ist der Standard, der darüber richtet, dass die abstrusen Argumente Einzelner eben nicht als Argument sondern als Krankheitssymptom zu behandeln sind.

Ich habe vor zwei Wochen selbst erlebt, wie ein hoch angesehener Wissenschaftler, der für jeden Tag seiner Präsenz 1000 Euro abrechnet argumentierte:

Wer das Materhorn verstehen will, muss sich nur einen kleinen Stein des Matherhorns anschauen. Die ganze Wahrheit steckt da drin.

Solche Menschen lässt man als Wissenschaftler gewähren, weil man einfach keine Handhabe ihnen gegenüber hat. Man kann sie aus dem Wissenschaftsbetrieb ausschließen, aber dann muss man sie komplett rauswerfen – auch alle die anderen Ideen, die vielleicht auf mehr Anklang stoßen. Und, und das ist ein Problem, aus dem Wissenschaftsbetrieb ausschließen meint nur: aus dem Publikationswesen ausschließen. Mit Wissenschaftsbetrieb im eigentlichen Sinne, hat das ja nichts zu tun.

Den Weg der Wahrheit kann man entlang gehen, man wird jedoch nie ein Ende erreichen.

Die Antwort auf das Problem ist das der Phänomenologie: Scheiß auf objektive Rationalität, gib jedem seine eigene. Die Systemtheorie macht uns und alles zu Systemen – und sagt: Jedes System hat seine eigene Rationalität. Objektive Vernunft ist überholt bzw. es hat sie nie gegeben. Und Wahrheit gibt es in so vielschichtiger Art und Weise, das jeder seine eigene haben darf.

Daher: Es war verständlich, aber eigentlich nicht richtig, dass Joachim Bublath die Maischbergersendung verließ.