Es ist zugegebenermaßen nicht einfach Luhmann inhaltlich zu folgen. Vor allem dann nicht, wenn man mehr als nur einen Text braucht um Zusammenhänge zu durchforsten. Eine recht große Hilfe ist mir gerade Detlef Krause mit seinem Luhmann-Lexikon.
Wenn man sich die Amazon Leserkritiken anschaut, merkt man schon, wo der Hund begraben liegt. Eigentlich geht es ganz gut los. Oftmals muss man sich fragen, weshalb die Luhmannversteher ihr Verstandenes noch unverständlicher verpacken, als es Luhmann selbst getan hat. Warum Luhmann so kompliziert geschrieben hat, ist in diesem und vielen anderen Büchern recht plausibel beschrieben und wenn man folgendem Satz vertraut, geht man doch davon aus, dass dieses Buch das Feld ein bisschen aufräumt:

Vereinfachung also, na dann mal los:

Sich selbst oder sich selbst braucht man also für sich selbst… Ahja. Und wie war das nun mit der “darstellungstechnischen Vereinfachung?”:

Aaaah!
Herr Krause hat hier wirklich kein einfaches Buch geschrieben. Unterhaltsam und lehrreich ist es aber allemal. Da man aber so oft “Einführungswerk” oder sonstiges hinzuschreibt, sollte man auf dieses Buch irgendwas wie “Ergänzungsliteratur” oä schreiben, damit keiner auf die Idee kommt, hier tatsächlich ein Eben-Mal-Nachschlagen-Lexikon zu erwerben.

Oktober 3rd, 2007 at 19:03
Also mal so ganz für sich besehen scheint mir der Satz: “Soziale Evolution setzt soziale Evolution voraus” tautologischer Blödsinn zu sein - und das, was dahinter steht, bezieht sich ja auch nicht mehr auf diesen Satz…
Oktober 3rd, 2007 at 19:12
Ich weiss auch nicht… Er arbeitet sich in dieser ganzen Passage am komplizierten Anfang (von allem) ab und fragt sich die ganzen Fragen ‘wie der Anfang denn anfangen konnte’ und ob man dann das ‘Ende’ immer gleich mitnimmt usw. Also alles ziemlich kompliziert und abstrus.
Und da er, und so wohl auch Luhmann, nie rausgefunden haben wie’s zu der Selbstläuferevolution kam - schließen sie den Kreis einfach und haken das Thema ab, indem sie Evulotion als Ergebnis von Evulotion sehen. So kommt es mir jedenfalls, beim lesen der ganzen Textpassage vor.
Oktober 9th, 2007 at 19:56
Luhmann hat ja durch Spencer Brown die Bestätigung, dass am Anfang das Ende schon immer vorausgesetzt ist (oder so ähnlich, hab die Formulierung nicht mehr im Kopf).
Die Frage nach Henne und Ei stellt sich für ihn nicht, da unbeantwortbar und für die Thematik auch vor allem uninteressant. Es ist nun mal so, wie es ist. Kein Erstelement ist identifizierbar. Aber: Das behindert die Analysen nicht.
Aber das GLU (Glossar Niklas Luhmann) ist auch sehr empfehlenswert.
Oktober 9th, 2007 at 20:26
Jo stimmt, das GLU-Buch ist auch ein richtiges Lexikon. Detlef Krause hat meiner Meinung nach eher ein unterhaltsames Lesebuch geschrieben. ;-)