Staatschefs und ihr Volk

In Amerika wurden heute an einer Uni mindestens 20 Menschen erschossen. Und der Staatschef, George W. Bush, lässt im Nachgang seiner ersten Reaktion von seiner Sprecherin noch am selben Tag verkünden:

Der Präsident glaubt, dass Menschen ein Recht haben, Waffen zu tragen, aber dass alle Gesetze befolgt werden müssen.

Ich denke man sollte mal eine Studie darüber machen, wieviel man einem Volk von Seiten eines Regierungspolitikers  zumuten kann. Anschauungsunterricht gibt es wenig, aber ein leuchtendes Beispiel für Ignoranz, Fehlbarkeit, Beratungsressistenz und Inkompetenz sollte dafür reichen.

George Walker Bush ist meiner Meinung nach der mieseste Staatschef der auf der Welt zur Zeit legitimerweise im Amt ist. Das ändert auch kein Blick nach Nordkorea oder in die tiefen Afrikas. Ich bin jetzt schon gespannt wie viele Schwarzbücher über seine Amtszeit geschrieben werden, wenn die Welt erst einmal von ihm befreit wurde.

Blogosphärenüberschätzung

Zur Zeit weht ein Hauch schlechter Stimmung durch die deutsche Bloglandschaft. Es gab eine Konferenz namens re:publica, meiner Meinung nach schon vom Titel her einfach ne gute Sache. Dort drehte sich drei Tage alles um Blogs und den Umgang mit diesen - aus Leser und Schreibersicht. Drei Tage quasi-Klassentreffen einer Möchtegern-Klasse.

Nun gibt es Ins-Internet-Schreiber die dort nicht vor Ort waren - aber die ganze Berichterstattung mitbekamen und sich darüber aufregen ausgeschlossen wurden zu sein. Wovon? Der Blogosphäre.

Beispiel hier (abgesehen von dem erkannten Selbstdarstellungsdefizit):

Scheiße, ich war nicht da, das war es wohl mit der Blogger-Zukunft. Ich war nur eine Randerwähnung in der Frankfurter Neuen Presse. Man nimmt, was man kriegt.

Benachbart schreibt man dann hier:

Die Metadiskussionen sind wichtiger Bestandteil der Identitätsfindung eines Mediums, aber nicht ihr gottverdammter einziger Inhalt.

Professionalisierung und Kommerzialisierung der Blogosphäre sind mir so scheißegal wie Weltmeisterschaften im Stricken mit sechs Nadeln.

Man sieht es schon beim lesen - welchen Sinn hat es die Welt darüber zu informieren, dass einem etwas egal ist? Meiner Ansicht nach keinen - es sei denn man möchte aktiv Trotzen. Aus Aufmerksamkeits- oder sonstigen Gründen.

Dabei ist die Sache doch ganz simpel. Wenn man sich manchmal auch etwas noch so sehr wünscht - es geht nicht in Erfüllung. Teilhabe an der Blogosphäre? Das ist nicht möglich. Es gibt keine Blogosphäre! Nach welchen Gesichtspunkten sollte sie sich darstellen? Alle nutzen ein Medium und gehören daher zusammen? Noch nicht mal aus technischer Sicht ist geklärt ab wann Internetsphäre als Blogosphäre anzusehen ist.

Und überhaupt - was hat Holgers Selbstunterhaltungs- und Ausprobierhomepage mit viel gelesenen Seiten wie eben Spreeblick oder Niggemeier zu tun? Gar nichts! Die Relation zur Website des Leipziger Zoos sind die selben - egal was man gern wahrnehmen möchte.

Die Metapher des Eisberges dessen Spitze man sieht ist total überholt. Die Blogosphäre, wenn man sie mal begrifflich aufgreifen möchte ist der ganze weltweite Ozean (vom Eisberg bis zum tropischen Regentropfen). Und überall schwimmen ein paar Eisberge - also dichtere Konglomerate - herum und ragen aus dem Ozean raus. Man kann sie deutlicher sehen, aber mehr auch nicht. Kein Grund sich aufzuregen das man nicht irgendwo dazugehört.

Meine Pokerausbeute

Ich musste sie gerade noch einmal nachstellen - zur rechten Zeit war keine Kamera zur Hand… Zur Anschaulichkeit ein Bild:

Meine Strasse

Hat nicht viel gefehlt! ;-)

Hometown Content

NYTWer weiß schon wie viele interessante Städte es auf der Welt gibt, von denen man Geschichten erzählen kann. Kunst in Krakau, Geschichte in Dresden, Lebensfreude in Barcelona und Zukunft in Berlin. Und dann noch die kleinen, niedlichen Städte in der Peripherie. Jena wurde gestern an besonderer Stelle erwähnt - die New York Times berichtete über Jena, Deutschland und den Wirtschaftsaufschwung der letzten Jahre.

Na klar, die NYT ist am Ende auch nur eine Tageszeitung. Aber einer ihrer 32 Wirtschaftsberichte von gestern galt Jena und dass ist in etwa so als würde die FAZ von Arlington berichten. Ist also schon erwähnenswert, besonders mit folgendem Fazit:

Jena bustles like a transplanted Silicon Valley.

Würden die deutschen Zeitungen schreiben, dass sich der neue Ford wie ein Mercedes fährt? Ich hoffe die haben das nicht einfach so geschrieben. Aber auch falls der Vergleich hinken sollte - einen Botanischen Garten wie in Jena haben sie im Silicon Valley sicherlich nicht.

(via)

Mimosenimpressionen

Die Mimose ist eine wirklich tolle Planze. Wem zu wenig Action im Terrarium ist sollte sich die zulegen. Im Botanischen Garten kann man sie vorab ausprobieren. Hier das Exemplar aus Jena:

Aus dem Botanischen Garten

Botanikjena 089
BotanikBotanik