Zitat des Tages

Niklas Luhmann sagt:

Die moderne Gesellschaft scheint eine Grenze erreicht zu haben, an der nichts mehr nicht kommunizierbar ist - mit der einen Ausnahme: der Kommunikation von Aufrichtigkeit.
Denn wenn man nicht sagen kann, dass man nicht meint, was man sagt, weil man dann nicht wissen kann, dass andere nicht wissen können, was gemeint ist, wenn man sagt, dass man nicht meint, was man sagt, kann man auch nicht sagen, dass man meint, was man sagt, weil dies dann entweder eine überflüssige und verdächtige Verdopplung ist oder die Negation einer ohnehin inkommunikablen Negation. Dies Paradox der Kommunikation ist nicht zu vermeiden.

aus: Gesellschaft der Gesellschaft, Seite 311

Passend zur Schwimm WM

Man will von Boston nach Cambridge in England und weiß nicht wie? Man fragt bei Google nach und erhält den Tipp: swim across the Atlantic Ocean.

Where was the Berlin Wall?

Israel?

Franzosen

Ségolène Royal:

Ich verwechsele nicht die Nation, auf die wir stolz sein sollten, und den Nationalismus. Als Staatschef gehört es zu meinen Aufgaben, die Franzosen dazu zu bringen, auf ihre Nation stolz zu sein.

aber gewählt wird erst am 22. 04. Dieses Manöver nennt man wohl Loorbeerselbstbevorschussung oder ähnlich.

(Quelle)

Lustige Musikanten

Ganz Bremen wimmelt von seinen Musikanten - ich dachte ja die stehen einfach dezent in einer Ecke. Das tun sie zwar auch, aber in jeder weiteren Ecke tummeln sich andere. Hier die echten mit den Werder Musikanten.

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Irgendwann, wenn ich mal Lust hab und Sommer ist, ziehe ich mal durch Bielefeld und sammle Fotos der vielen Leineweber die hier überall rumstehen.

Die Genesis von Genesis

Mit den Künstlern ist es ja eigentlich so, sie schreiben ein Buch, drehen ein Film, malen ein Bild oder modelieren irgendetwas - machen es fertig und erst dann bekommt man es zu Gesicht. Die beiden Etappen Herstellen und Darstellen liegen dabei eigentlich grundsätzlich immer viel weiter auseinander als man einfach so glaubt, als Normalorezipient. Harry Potter ist nämlich gar nicht so ein toller Kerl nur weil wir es gut finden. Und auch die ganze Musik ist eigentlich nicht für uns so wie sie ist, es sei denn man ist Popstar-geprimed aber das ist auch wieder eine andere Sache. Vor allem die Bilder die uns gefallen sind nie wegen uns so gemalt wurden.

Bei Genesis das gleiche. In dieser Aufnahme von 1973 sitzt Tony Banks am Keyboard wie er es heute noch tut. Auch Mike Rutherford spielt seine Gittare wie er es heute noch tut und Peter Gabriel sang damals schon immer ein bisschen mehr für sich als für sein Publikum und hatte da schon ständig diese Handtrommel bei sich. Der einzige der sich tatsächlich verändert hat, meiner Ansicht nach, ist Phil Collins aber er hat sich schließlich auch direkt ins Rampenlicht gestellt.

Mal was persönliches

Ich bin umgezogen. Dafür gab es nur die besten Gründe, es wurde viel geholfen und das Bielefelder Wetter lies einen nicht im Stich… Und dennoch: Ich bin k.o. Zur Krönung der Umzugstage verbrachte ich den gestrigen Sonntag 6h in einer völlig überhitzten und überbevölkerten Schwimmhalle…

Und heute, als ich gerade dem Alltag nachging, das erste Mal seit zwei Wochen, schlug mir mein Ipod aus 600 Titel Dreaming while you sleep aus dem We can`t dance Album von Genesis vor. Was hab ich mich über mich selbst erschrocken, darüber dass ich diesen Titel noch niemals vorher gehört hatte. Wie konnte mir das bloß passieren. Ich hab doch schon vor 8 oder 9 Jahren damit begonnen Peter Gabriel und Genesis und Phil Collins zu hören. Genesis gefiel mir sogar mit Ray Wilson ausgesprochen gut. Selbst Mike and the 411210_170×170.jpgMechanics war mir immer ein Begriff.

Nuju - seit ich heute zuhause bin dudelt nun

All my life you lie silently there
All my life in a world so unfair
All my life and only Ill know why
And it will live inside of me,
I will never be free all my life,
Trapped in her memory all my life
Till the day that you open your eyes,
Please open your eyes

durch die neuen Räume. Und im übrigen, die Titel die dadurch aus der Dudelschleife der letzten Tage abgelöst wurden, sind:

  • Take That - Patience / weil Gary Barlow immer noch selbst schreibt
  • Robbie Williams - She’s Madonna / weil man die Pet Shop Boys raushört
  • Christina Aguilera - Hurt / Weil sie’s Britney Spears gezeigt hat
  • Herbert Grönemeyer - Lied 1 - Stück vom Himmel / wegen dem tollen Text… “Ein Stuhl im Orbit” usw.
  • David Bowie - Life on Mars? / Weil Sam Taylor gefangen in den 70ern war

So - wenn man sich das Video oben anschaut (direkt bei youtube) ist man ja ganz mitgenommen von der Hingabe (selbst bei dieser Qualität, der schlechtesten überhaupt von denen die ich bisher sah). Heute 15 Jahre später gibt’s das sogar wieder richtig live.

Thema: Studiengebühren

Seit gestern muss nun überall in NRW bezahlt werden (in Hagen vielleicht nicht, weiss ich grad nicht genau). Und seit heute steht auch in der Zeitung warum die Unis soviel Geld nötig haben. Es sind die Professoren. Die sind schuld. Gauner. Abzocker. Schwindler.

Ich wäre ja dafür, dass die Wiedergutmachung dem zugeführt werden sollte dem der Schaden entstanden ist. In dem Fall also der Hochschule. Anstatt die Profs ins Gefängnis zu stecken sollte man sie in die Mensa stellen. Denn mit dem Essen steigt und fällt die Laune, nicht nur im Uboot. Und Unterstützung kann jedes Mensateam gebrauchen. Gutes kann immer noch besser werden.

Attraktion, Attraktion

LiegeradAuf dem Weg von Sennestadt zur Uni hab ich heute eine kleine Attraktion gesehen. Ich hab’s zuerst nicht mitbekommen, da ich als Neucooler natürlich nicht mehr auf meine Umwelt achte sondern lieber versunken im Text und mit Musik im Ohr in der Bahn sitze - aber bei der ganzen Hektik die die Kiddis die in der Bahn saßen machten, musste ich doch kurz aufblicken.

Auf der Höhe vom Oekterwerk stand neben uns ein Liegerad an der Ampel. Wie auf dem Bild nur in blau, mit straßentauglicher Beleuchtung und schön eingereiht im wartenden Verkehr der Ampel. Naja, hab ich gedacht, is schon toll und macht was her aber ist letztendlich auch nur ein Fahrrad.

Doch eine Minute später kam es auf einmal von hinten angesaust und überholte die Bahn bei voller Fahrt. Das die Straßenbahn in Bielefeld langsamer als das Auto ist, ist ja klar. Aber das sich Mobiel nun auch schon von Fahrrädern abhängen lässt…

Die Leute am Strassenrand waren nicht weniger verwundert. Als das Ding so langsam ausser Sicht fuhr blieb uns Gaffern in der Bahn nur noch der Anblick der Fussgänger, wie sie alle mit dem Blick in Richtung Innenstadt am Strassenrand standen und wahrscheinlich das selbe dachten wie wir.

Schattenwanderung

SonneIch habe heute Morgen festgestellt, dass es tatsächlich möglich ist, der Sonne dabei zuzusehen, wie sie ihre Strahlen über Pflastersteine wandern lässt.

Die Zeit dafür schenkte mir die Bahn, die ließ mich und viele Weitere einfach in der Provinz sitzen, nur ein paar Minütchen, die sich in Osnabrück aber dann zwangsläufig enorm ausbauten bis ich endlich in Bielefeld war.

Zurück zur Sonne. Wenn man einen kleinen Stein (Ø 1cm) auf den Boden legt und zwar genau auf die Kante von Sonne und Schatten (z.B. durch ein Bahnhofsdach 4m über dem Boden) dann dauert es keine 2 Minuten und der Stein liegt im Schatten (zumindest 9Uhr morgens). Wenn man die zwei Minuten hinsieht, kann man das Wandern des Lichtes tatsächlich sehen.

Bild: javiekitela

Xinging

Also ‘networking’ scheint der allerletzte Hit zu sein, dem man sich gerade aussetzen kann. Und das benötigte Vitamin C gibt’s am schnellsten im Internet, wo sonst, es muss ja heute alles neu sein und da man nocht nicht genau weiß wie gut oder schlecht neues ist, wird einfach alles im Neuen gestetet.

Im letzten Semester war ich ein paar Wochen in einer “Netzwerkforschung via Internet” Veranstaltung, die ich dann aber quasi verlassen musste nachdem man von Studentenseite dort ausschließlich auf Ideen kam den ‘Content’ in nem ‘Blog’ oder ‘Wiki’ festzuhalten, zu ‘networken’ oder - ach überhaupt - es nervt mich schon zu hören wenn jemand meint das ‘Content produziert’ wird und etwas ‘ziemlich spannend klingt’.

Das Beispiel an dem wir uns in der Veranstaltung entlanghangeln sollten war Xing, diese ultramoderne Firma die den Usern das sagenhafte Angebot macht auf eine weise Seite im Internet Name, Adresse, Beruf und Sonstiges zu hinterlassen, damit man von Gleichgesinnten gefunden wird. Alles möglichst auf Englisch und sowieso nur mit strahlendem Hochglanzpersonal, alle grinsend.

Das neuste Werbeplakat zeigt nun Flugzeuge, die Fortbewegungsmittel der Erfolgreichen. Herr M. hat was Herr K. braucht - der eine fliegt von München nach Hamburg (wo sonst hin, gibt ja nicht so viele Möglichkeiten zwei coole deutsche Städte miteinander per Flug zu verbinden ohne das jeder potentielle ‘Xingcostumer’ auf Anhieb erkennt, dass es dusselig wäre zu fliegen) der andere fliegt umgekehrt.

Und Xing hat jetzt angeblich die beste Möglichkeit gefunden, dass diese beiden Flugzeuge nicht aneinander vorbeifliegen, so steht es unter dem Bild.

Ich finde ja, und ich stütze mich da auf in meiner Erinnerung lagernde Weisheiten, die ich jetzt nicht belegen kann, dass networking im Internet gerade dazu in der Lage ist den offlineninen Bekanntenkreis ins Internet zu verlagern. An mehr glaube ich nicht, egal was die anderen sagen… Xing freut sich derweil über: “Business 2.0/CNN Money” findet Xing sei: “one of the world’s hottest Web 2.0 startups”. Naja, bei dem Bild überm Text denke ich nur an meine Kindergartenzeit, als diese Faden/Knotenspielereien mit den Fingern echt hot bei den 6 Jährigen war.