Mysteriöse Politik

Die beiden...Es gab mal eine Zeit, da war die Politik eine Sache für Macher. Da wurde noch im Stillen operiert und geplant und wenn dann die Zeit für eine Durchführung war, wurden die paar Journalisten die anwesend waren informiert um was es ging. Damals waren es noch die Politiker selbst, die die Zeit hatten alles im Hinterstübchen vorzubereiten. Man konnte sie nicht sehen und hörte sie auch nicht, bis es ihr Wunsch war sich zu äussern. (So stell ich mir das zumindest alles vor)

Heute ist es ja bekanntlich ganz anders. Jeder wird beobachtet und abgehört, befragt und durchleuchtet. Friedrich Nowottny erzählt ja immer mal Geschichten von damals - da wird der Unterschied besonders deutlich.

Aber - es scheint dennoch auch heute noch Platz für Intrige und Kumpelei zu geben. Ich halte sie insgesammt nur für eine grosse, im ganzen nicht unbedingt glaubwürdige Story - aber es mal zu lesen ist ganz interessant.

Im groben geht’s darum, dass Schröder und Stoiber sich hätten vorstellen können miteinander die grosse Koalition zu machen. Ich weiss noch wie Beck damals erzählte, dass man CDU und CSU auch mal ausseinader rechnen kann - aber, das dass zu einem ganz anderem Gedankengebäude gehört haben soll … nuju - wer weiß..?

Category 7, was solls..?

SturmFernsehen schaue ich mittlerweile wirklich selten - bis auf ein bissl Jerry Bruckheimer und ZDF Investigation ist nichts mehr dabei was ich gucken muss.

Heute Abend gab’s eine Ausnahme, es hat sich ergeben, dass ich Category 7 - Das Ende der Welt sah. Ein Schruuuuuz. Die Story: Ein Riesenstrum bricht über die Welt her (bzw. mal wieder nur Amerika) und der Trick um ihn zu bekämpfen ist, einen heldenhaften Airforce Pilot in den Sturm und damit in den Tod zu schicken damit er Daten sammelt, die dann zu folgendem Plan führen: Man schaltet in allen Städten den Strom ab, dadurch wird es kühler und der Sturm schwächt sich ab. Und tatsächlich - es hat funktioniert. Zitat am Ende des Films (in etwa):

Wir danken der FEMA, ohne sie wäre der Sturm bis nach London und Helsinki vorgedrungen - und diese beiden Städte können sich glücklich schätzen, das dass Unheil abgewendet wurde.

Eigentlich alles viel zu dämlich. Die Story und die Idee. Das Amerika jetzt auf einmal den Umweltschutz als Problem (oder überhaupt als wahrnehmbar) aktzeptiert ist wieder so eine Sache, über die man sich eher wundern als freuen kann. Al Gore ist ein toller Typ aber er hat dieses Thema auch nicht erfunden, egal wie sehr der Film in den USA eingeschlagen ist, den er machte und der “Eine unbequeme Wahrheit” nennt.

Ich kann mich noch erinnern wie wir in der Grundschule darauf hingewiesen wurden was FCKW ist und was es macht. Und das es 20 Jahre dauert bis dieses Wirken aufhört, wenn man jetzt damit aufhört es zu benutzen.
Diese 20 Jahre sind noch nicht ganz um aber zu 3/4 - und das was uns erzählt wurde und in den bunten Büchern illustriert war, ist heute überall als Realität erkennbar. Es ist offensichtlich zu spät.

Letzte Woche gab’s in unserer Uni einen Vortrag von Greenpeace über die Abholzungsproblematik des Regenwaldes in Brasilien. Diese ganzen Sachen die da vorgetragen wurden, waren doch genau die selben die auch damals vor 15 Jahren erzählt wurden. Kann man davon ausgehen, das dass alles nichts bringt? Ich finde: man kann.

Meine Einstellung hat sich im letzten Jahr zumindest geändert. So sehr sich Greenpeace bemüht, so sehr sich die paar ehrlichen Politiker bemühen - es bringt doch nichts. Aber dadurch das wir letzendlich nur uns selber schaden, sehe ich es neuerdings locker.

So lange die Erde in einem Stück bleibt und schwer genug ist um ihre Atmosphäre zu halten ist alles in Ordnung. Tiere die wir ausrotten kommen wieder wenn Wir weg sind. Regionen die wir Zerstören regenerieren sich wieder wenn Wir weg sind. Und wenn wir uns langsam selbst vernichten ist das eben eine natürliche Tatsache. Kein Grund mehr sich sinnlos darüber aufzuregen!

Das wir allein durch unsere Ernährung schon wieder eine kürzere Lebenserwartung haben als die vorhergehende Generation, ist doch auch so eine Tatsache die niemanden stört, nicht mal die Natur.

Der neue Bond

James BondDer neue Bond ist wirklich ein guter Bond. Die Lizenz zum Töten trägt er in seinen stahlblauen Augen - und diejenigen die an der Lizenz zweifeln werden so schnell abgemurkst, dass man es ein bißl schade findet das seine Opfer nicht auch ein bisschen mehr von seiner Coolness mitbekommen.

Aber Schurken gehören tot und wir, als sein Publikum, sehen ihn in voller coolen Pracht. Das Vergnügen ist da wirklich ganz auf unserer Seite. Hab auch noch nie ein Kinosaal lachen hören, wenn der Held auf der Leinwand gefoltert wird. Aber Bond ist zu cool als das es mitleiderregend ist - das Happy End steht ja auch sowieso schon lange fest.

Angucken, angucken. In Amerika war dieser neue Pinguinenfilm am ersten Wochenende erfolgreicher als Bond - das sollte im alten Europa nicht der Fall sein.

schwierige Gespräche

Das tolle am neuen James Bond Film ist, das im nachhinein niemand sagen wird “Das Buch war besser”.

Irgendwer wird sagen Pierce Brosnan war besser (ich vielleicht - glaub aber eher nicht). Oder irgendwer wird wieder ganz schlau meinen Sean Connery sei besser. Aber ganz egal, es wird der Einstieg in ein lustiges Gespräch sein. Jeder weiss wovon er spricht und wovon die anderen sprechen.

Schwieriger ist es wenn man zwar weiss wovon man selbst spricht aber nicht so genau worum es bei den anderen geht. Sehr häufig hat man das bei den Buch/Film vergleichen. Denn irgendwer wirft es ein und derjenige wird auch der einzige sein der das Buch gelesen hat. Aussnahme wäre hier vielleicht Harry Potter, aber dann mit der Schwierigkeit das man den gerade gemeinsam geschauten Film mit einem ziemlich weit zurückliegendem Leseerlebnis vergleicht, bei dem man seinen Standpunkt am Ende wohl doch mehr inahltlich zu Erklären hat anstatt ihn argumentativ Untermauern zu können.

Ganz kompliziert wird es aber wenn man mit jemandem diskutiert der den Film nicht mit einem sah aber das Buch dazu kennt. Dann kann man allerhöchstens noch in einen meinungsbelasteten Austausch treten, der gerade noch zur Kenntnisname reicht.

Unmöglich wird ein Gespräch aber, wenn man selbst den Film sah den der andere nicht sah, derjenige aber auch das Buch nicht kennt - aber dennoch mitreden will weil er eine Kritik über das Buch lass.

So ungefährt verhält sich es auch immer dann, wenn Lehrer über Nachmittagsfernsehen, Professoren übers Internet oder Politiker über Computerspiele reden. Sie sitzen in ihren Höhlen und lassen sich erklären, was die Schatten an der Wand bedeuten könnten…

Ganz deutlich wird es gerade wieder daran, das auf diesen Brief solche Diskussionen folgen (na klar geht’s um die Handlung, aber der Brief beschreibt ja einiges).

Ich finde, wenn jemand so anfängt, kann man auch mal mit der Keule argumentieren.

Romane, die die Welt erklären

William CohenIch zitere mal kurz aus einem tollen Roman:

Das Amerika, das ich sehe, ist eine Nation im fortgeschrittenen Stadium des Zerfalls, ein Amerika, das überall wild nach Terroristen schlägt und seine Linie verliert.

Die moralische Kraft des Landes ist ausgehölt. Es ist verbraucht von Drogen, Sex, Vergnügungssucht, Bequemlichkeit.

Klar, das kann jeder schreiben. In diesem Falle kommen die Worte aber von William Cohen, dem ehemaligen amerikanischen (republikanischen) Verteidigungsminister unter (dem demokratische Präsidenten) Bill Clinton. Es ist zwar ein Roman, so dass Cohen diese Worte auch nicht sich sondern einem russischem Schurken zurrechnet, der anstrebt russischer Präsident zu werden, dennoch ist das alles ziemlich interessant zu lesen.

Der allwissende Erzähler begleitet den amerikanischen Verteidigungsminister, seinen chniesischen Kollegen und den zitierten russischen Mafiya Boss. Und anscheinend funktioniert nirgendwo etwas ohne geheime Kanäle, untereinander verheimtliche Wahrheiten und Gespräche off the record.

Das ganze Buch wird eine beinah intrigante Politik praktiziert. Aber ganz ohne das dies explizit so dargestellt wird. Es scheint, so wie geschrieben, ganz normal zu sein. Memo hier, Geldnote dort. Da wird mir ganz komisch zu Mute, da es ja nun gerade nicht von irgendwem geschrieben wurde…

Vielleicht heisst es doch ganz absichtsvoll “Die Verschwörer” statt “Die Verschwörung” wie ich es auf den ersten Blick im Laden laß.

Herbstimpression

Hier ein Blatt auf einem sehr schmutzigem Auto. So siehts aus, wenn man im Herbst nicht putzt.

Herbst

Nicht sehr spektakulär? Also Morgen begegne ich einem echten Bären. Ich verspreche ich mach ein Bild von Angesicht zu Angesicht.

(Es hat zu viel geregnet - die Begegnung fand statt, aber das Bild hab ich nicht gemacht - 16.29 Uhr)

Ende des Fernsehens

In 44 Tagen ist das Fernsehen zu Ende. Das ist ne ziemlich schwere Kost fürs Fernsehen, weshalb es dort auch keiner richtig glauben mag - bis auf Harald Schmidt der regelmässig mit seinem Countdown daran erinnert.

Warum es die Fernsehleute aber langsam wirklich alle glauben sollten steht hier, Fernsehen wird von Blödis gemacht.

Labertasche

Rumsfelds Sprüche, wie etwa:

Ich würde nicht sagen, dass die Zukunft notwendigerweise weniger vorhersagbar ist als die Vergangenheit. Ich glaube, die Vergangenheit war ja auch nicht vorhersagbar, als sie begann.

gibt’s beim Spiegel.

Noch 4 Tafeln Schokolade

waage 005 Sieht zwar viel aus, ist es aber nicht. Immerhin bin ich groß genug und kann es ordentlich verteilen. Und ausserdem wollte ich schon immer mal dreistellig wiegen ;-)

Und da ich dieses Jahr zu dehnen gehörte, die zum St. Martin auch beschenkt wurden statt nur zu schenken wirds auch nicht mehr so lang dauern bis es dann wieder ans runterpendeln geht.

Die 10 Zusatzkilo sollen ja kein Fett bleiben (aber bleiben). Aber bis Weihnachten hat das alles auch noch Zeit.

Ich bin vorbereitet ;-)

St. Martin

oh, oh, oh

Meine geliebte Kulturzeit, schwafelt grad von einem aufklärerischem Grundgedanken im Film Borat - und philosophiert jetzt mit einem Sozialpsychologen über Vorurteile. Ganz klar: Film nicht gesehen.

Ich hab ihn gestern gesehen und es war der lahmste, und nervigste Film seit dem kleinen Arschloch. Der Film ist gemacht für Hauptschüler denen der Humor der 7 Zwerge zu hoch ist oder für Menschen die automatisch “ho ho ho” machen wenn jemand einen Judenwitz erzählt. Mehr nicht.

Ich war allein vom 85 minütigen Kasachenakzent angepisst…

Irren ist weltlich

Also, Luhmann sagt, damit die Welt funktioniert wie sie es tut oder tun soll oder immer tat und deswegen weiter tun soll - braucht es nur den Fall das

fast alle unterstellen, daß fast alle zustimmen, (… bzw. …) fast alle unterstellen, daß fast alle unterstellen, daß fast alle zustimmen

bei dem wie’s läuft. Man denkt sich die Welt einfach so zurecht, wie man sie gern hätte und hofft das niemand widerspricht wenn man seine Maximen praktiziert.

Allerdings beschreibt Luhmann die Welt losgelöst von den Dingen, als Beobachtung von Beobachtung. Wir können die Welt nicht selbst beobachten, sondern sind auf die Beobachtungen angewiesen, die wir machen während wir zuschauen wie die Welt dargestellt wird. Und eigentlich kommt in unserem Gehirn gerade mal ein bisschen mehr an als ein kleines Zucken.

Nun kann man allen anderen zuschauen, wie sie die Welt beobachten, als was sie die Welt hinstellen, wie sie sie erfahren und verarbeiten (zumindest die Produkte davon). Wie aber kann man sich selbst beim Welt beobachten beobachten? - Gar nicht.

Deswegen ist der

Beobachter selbst (…) in dieser Operation (…) der ausgeschloßene Dritte.

Man nimmt an der Welt, der man so vieles unterstellt, gar nicht teil wie diejenigen die man beobachtet und denen man quasi unterstellt. Und das trifft für alle zu. Jeder hat seine eigene kleine Welt in der alle stattfinden ausser man selbst.

Deswegen braucht man sich gar nicht wundern, wenn man sich mal irrt.