Dieses Buch ist wirklich gut. Da ich, wenn ich überhaupt komplette Bücher lese, dazu neige eher keine Romane zu lesen, finde ich eigentlich jeden gelesenen Roman gut, da er andererseits schon aussortiert worden wäre.
Aber dieser hat die spezielle Komponente des besonderen Autors, die beim Lesen die ganze Zeit nicht aus dem Blick fällt. Denn es ist William Cohen, der ehemalige amerikanische Verteidigungsminister (der vor Rummsfeld), der diesen Roman über einen amerikanischen Aussenminister schreibt, der sich heldenhaft und mit viel körperlichem Einsatz zwischen die politischen Fronten des Weltgeschehens wirft um gleich den ganz grossen Krieg zu verhindern.
Die Heldenhaftigkeit wird verlangt, da ansonsten nichts funktioniert wie man es “dem System” unterstellt. In dieser Geschichte ist China zu groß um regiert zu werden, Russland ist zu verwirrt um überhaupt personenunabhängige Strukturen zu etablieren, im amerikanischen Washington wird der Präsident durch seine Berater entmündigt und die Geheimdienste kennen nur sich selbst.
Nur der von aussen ins politische System hineingeschlitterte Aussenminister ist in der Lage, die Sachlagen vernünftig zu beobachten und gemäß seines Handlungsspielraums zu kontrollieren. Am Ende ist es eigentlich nur Glück, dass die Welt nocheinmal davon kommt…
Einen Roman (…), der sich mit den Belastungen und Spannungen heutiger Weltpolitik auseinander setzt…
…wollte er schreiben. Aber wenn die Welt so ist, wie sie in dieser Geschichte steht, kann man nur hoffen, dass nicht wirklich irgendwann einmal die ganze Welthistorie davon abhängt, ob sich zwei Menschen in entscheidenden Positionen (auf der selben Seite stehend) mögen oder ob ein Mobiltelefonakku hällt oder nicht.
Insgesammt zum untehaltsamen Lesen von mir empfohlen ;-)
