Ich will nicht mitbestimmen

reichstagSeit diesem Sommer ist der Bielefelder Hauptbahnhof fertig. Er ist nun ein quasi Nadelöhr, dass die beiden Stadtteile verbindet, die ansonsten durch die Gleise geteilt sind.

Im Bahnhof gibt es nun, wie in jedem anderen auch, mehrere Möglichkeiten fertiges Essen zu kaufen. Einen Bäcker, Mc Donalds und eine kleine Subwaytheke, unscheinbar in der Ecke.

Zuletzt war ich nun mehrmals bei Subway und finde es ziemlich lecker. Aber auch viel nerviger. Für ein belegtes Baguette muss man viel zu viele Entscheidungen treffen. Welches der 5 möglichen Brote, welche der 10 Wurst und Käsesorten, welche der 10 Salatbeilagen, welche der 4 Soßen. Ich bin der Meinung - ganz egal wie viele Möglichkeiten, am Ende kommt eh immer das selbe raus. Wer mit Ham anfängt hört mit HoneyMustard auf.

Ich hab’s bei mir schon häufiger festgestellt. Ich habe keine Lust auf Entscheidungen. Dabei sieht es immer so aus, als wolle man so viel entscheiden; wann die Bahn fährt, Borowski eingewechselt wird, ob Studieren kostenlos bleibt, wie man Preise bei Edeka gestaltet. Man regt sich allerhöchstens kurz auf, mehr Folgen hat es aber nicht. Vor allem kein Engagement.

Jede Entscheidung die man gern mitentscheiden würde, zieht einen elenden Rattenschwanz hinter sich her, den sich keiner aufladen will. Das (im gewissen Sinne) Luxusproblem heute: Es gibt keine Entscheidungen mehr, die so fundamental sind, das sie für sich alleine stehen. Alles hängt zusammen. Jede Entscheidung enthält zehn Nichtentscheidungen, die man vorher abgewogen haben müßte (was Nörgler natürlich hypothesenproduktiv machen). Man sieht es bei den politischen Entscheidungen.

Naja - wie auch immer. Wer mitreden will, sollte mehr tun als Reden. Das wird immer deutlicher, aber auch immer weniger akzeptiert. Und Subway sollte unerhebliche Entscheidungen selbst treffen.