Mal Herrn Luhmann verstehen…

geld(folgender Text ist nur zum protzen und für Nichtsoziologen weder interessant noch hilfreich)

…ist gar nicht so schwierig. Folgender Satz aus “Die Gesellschaft der Gesellschaft” ist schön, sachlich und simpel:

Die Welt ist ein unermeßliches Potential für Überraschungen (…) die Systeme benötigt (…) um ausgewählten Irritationen den Sinn von Informationen zu geben.

Die Welt ist - Die Welt ist das Potential für Überraschungen, sie birgt es nicht. Ein feiner Unterschied. Die Welt steckt nicht hinter oder um diesen Überraschungen, sie selbst zeigt sich uns durch diese Überraschungen.

Potential für Überraschungen - Es wied etwas passieren, aus einem Kontingent von Möglichkeiten, das aber auch anders passieren kann. Das ist das Geheimnis der Welt. Die Vergangenheit kann identifiziert werden, in dem man sich erinnert was war. Die Zukunft ist dagegen kontingent. Und die Gegenwart verknüpft Mögliches und Tatsächliches indem sie uns handeln oder erleben lässt. Beim Handeln verändern wir unsere Umwelt. Beim Erleben verändert die Umwelt uns.

die Systeme benötigt - Systeme suchen sich ihren Sinn und schliessen damit ‘Unsinn’ für sich aus. Ohne diesen Plan (was zu tun ist und was nicht) würde man sich um alles, immer kümmern müssen und wäre nie fertig.

ausgewählten Irritationen - Ereignisse die man für wichtig nimmt, weil sie ins vorher gefasste Sinnschema passen, werden ausgewählt und bearbeitet.

Sinn von Information - Um ausgewählte Irritation aus der Masse umherschwirrender Irritationen verstehbar zu machen, werden sie in Informationen umgemodelt. Die kann man dann mitteilen und sie sind auf einem gewissen Level von vielen gleich interpretierbar.

Praxisbeispiel: Ein Junge geht verträumt durch die Strassen und findet (Erleben) einen Fünfeuroschein. Er freut sich über sein unverhofftes Glück (Irritation). Er denkt sich aber insgeheim auch: ‘hätten aber ruhig auch 10 Euro sein können’ (unermeßliches Potential). Mit dem Geld macht er nun einen ungeplanten Abstecher (Handeln) in den Supermarkt (System) um das Geld (Sinn von Informationen (quasi)) in Süßigkeiten zu tauschen.

(bild: schnurrbart)

2 Kommentare zu “Mal Herrn Luhmann verstehen…”

  1. gitta Says:

    hi,
    witzig gemacht hier! Der Kater ist total hübsch, erinnert mich vom gesichtsausdruck an meine Katze Kalinka. der gute herr luhmann- Gott hab ihn selig- ist auch Thema in meiner Dipl.Arbeit in Sozialer Arbeit. interessant, aber schwierig.. freu mich aufs neue Studivz.
    gruß gitta

  2. amazeman Says:

    jo der luhmann macht spass, man muss nur ein bissl zeit investieren bevor dann die lust hinzukommt und beinah überhand nimmt, wenn man mit seinen büchern zu tun hat…

    der kater heisst im übrigen Bruckheimer ;-)

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