Vor gut einer Woche wurde in unserer Uni, in Bielefeld, eine öffentliche Senatssitzung gehalten in der, über den komplizierten Weg der Bürokratie aber sozusagen, die Einführung der Studiengebühren beschlossen wurde. Die Veranstaltung endete mit lauten Rumgeschreie, Gedränge und so weiter in der Zeitung wurde dann “Rektor beworfen, beleidigt, blockiert” getitelt. Nuju - seit dem letzten Mittwoch ist nun des Rektorat “besetzt” und jeden Tag hängen neue Plakate in der Uni die entweder den Rücktritt des Rektors fordern oder einzelne Professoren beschimpfen und bebleidigen…
Und als ich heute mal auf dem Weg war um mir diese Besetzung anzuschauen wurde ich nich reingelassen - ich sah wahrscheinlich nich ’sozial’ genug aus… Jedenfalls kam ich grade mal bis zum Eingang.
Also mein Fazit von der ganzen Showse. Alles Egoisten. Diese Studenten die das Rekorat besetzen sollten sich mal, im Rahmen ihrer Möglichkeiten, für eine rauchfreie Uni einsetzen. Denn genau diese Rumsitzer blockieren unsere Unihalle und qualmen alles voll. Rücksichtslos, Arrogant, Behindernd. Wenn sie mit Rauchen aufhören würden, würde das Geld fürs Studium von ganz alleine anfallen.

Februar 7th, 2006 at 21:35
Hey,
um hier ein wenig konstruktives einzubringen: Ihr könntet Euch mal deren Resolution durchlesen um zu einem etwas fundierteren Urteil zu kommen ;-)
http://besetzung.kollima.de/files/Resolution.pdf
VG, wiebke
Februar 7th, 2006 at 21:56
aus der Resolution:
1. “Studiengebühren fördern die Privatisierung sozialer Risiken.”
-> Is doch nich schlimm… In Deutschland wird doch viel zu viel sozialisiert. Wieso sollte die Gesellschaft die Last tragen wenn sich ein Studi nach 4 Semestern entscheidet das Fach zu wechseln? Wer Professoren-, Universitäts-, Räumlichkeits-, Bibliotheksleistungen verbraucht ohne sie zu gebrauchen sollte dies nicht “umsonst” tun. Bildung ist kein “soziales” sondern ein äusserst privates Risiko.
2. “In diesem Sinne sind Studiengebühren integraler Bestandteil der neoliberalen Politik, deren Ziel es ist, außer Bildung auch die Kosten von Beschäftigungssicherung, Gesundheit, Altersvorsorge und anderer gesellschaftlicher Aufgaben auf den/die Einzelne/n abzuwälzen.”
-> auf den Einzelnen der davon einen Nutzen hat. Die Folgen des Studiums werden schliesslich auch nicht sozialisiert.
3. “Studiengebühren fördern ein antisoziales und entsolidarisierendes persönliches Bildungsverhalten und verstärken die gesellschaftliche Verantwortungslosigkeit des Wissenschaftssystems.”
-> Nö! stimmt einfach nicht… und auch wenn - ein persönliches Bildungsverhalten - das ist doch das was uns von Lehrern und Eltern eingetrichtert wurde…
4. “Studiengebühren ersetzen Rechts-, Beteiligungs- und Mitwirkungsansprüche durch ein privates Marktverhältnis zwischen VerkäuferInnen und KundInnen.”
-> Wieso? Is zwar nett formuliert aber eine unhaltbare Hypothese… und wenn es so ist wird das Phänomen “Bildung” zumindest in der Uni auf seine Füsse gestellt.
5. “„Sozialverträgliche” Studiengebühren kann es nicht geben.”
-> Was kann es denn überhaupt als “sozialverträglich” geben, so das es keine Kritikansatzpunkte gibt von denen die Sozialverträglichkeit fordern? Solang die deutschen Schulen ihre Abschlüsse nicht sozialverträglich verteilen - bekommen eh nur die Privilegierten ihr Abi und damit Zugang zum Studium. Ob die dann noch was zubezahlen oder nicht wird nicht ins Gewicht fallen.
6. “Die Einführung von Studiengebühren in Höhe von 500 Euro betrachten wir als Dammbruch, nach dem eine drastische Erhöhung der Gebühren zu erwarten ist.”
-> Was soll man dagegen sagen? ;-) Das Leben ist eben manchmal auch einen Kampf. Ausruhen können wir uns später.