Wer es noch nicht wusste…

Deutschland braucht Raumfahrt weil nämlich der, der oben nicht dabei ist, unten nichts zu melden hat - selten dämlich aber so steht’s geschrieben. Ich hab mich selbst nicht weiter darüber informiert wer eigentlich dieser Ansicht ist - aber darauf aufmerksam bin ich durch ganzseitige Anzeigen geworden.

Harry Potter und sein Weg zum Ziel

Die gute Wissenschaft, die heute zu viel Wissen schaft hats schwer - seit Fausts Zeiten ist es praktisch unmöglich the know it all zu werden (wobei es um so lustiger ist, einzelnen Herren, die es dennoch versuchen, zu folgen). Die "scientific community" wie sie sich immer so schön selbst beschreibt, hat den Punkt des "patent and profit" weit überschritten und erleidet nun das "publish or perish" credo - wobei das "publish" auch immer mehr zum Glücksspiel verkommt… Mehr als 95% der erforschten und veröffentlichten Erkenntnisse sollen nach der ein oder anderen Schätzung einfach unbeachtet bleiben. Wenn man das so liest fragt man sich als kleiner Student schon, wie man denn diesem Hammsterrad, dass das Rad (also sich selbst) alle paar Jahre neu erfindet, überhaupt entkommen kann - auf die herkömmlichen Weisen sicher garnicht mehr.
Ein spezieller Fall der mir heut ins Auge gefallen ist betrifft Anthony Giddens und sein bücherweise zusammengetragenes Wissen über einen dritten Weg, der uns, unsere Gemeinschaften und ganze Gesellschaften hindurch gen Zukunft führen soll - den schmalen Grad zwischen den Ideologien hindurch immer fort in eine harmonische Zukunft… Es ist wirklich schön zu lesen und enthält soviel aufrüttelnde Klarheit über diesen "goldenen Mittelweg". Aber diesen hat Kant vor über 200 Jahren auch schon beschrieben… Wenn sie ihre Lebenszeit getauscht hätten, hätte Kant neben Clinton und Blair gestanden und sie beraten… Also irgendwie schreckt das alles schon ziemlich ab und forschen will eigentlich keiner mehr so richtig weil man wahrscheinlich ein halbes Leben auf der Suche nach einem unerforschten aber dennoch interessanten Themengebiet wäre…
Doch nun, und das ist der eigentliche Zweck dieses Eintrags, hab ich heute das neue Video von Xavier Naidoo zu Dieser Weg gesehen und bin so schwer begeistert von den paar Zeilen Text… An sich ist es die Ergänzung des Nerhegeb Spiegels der in Harry Potters Leben auftaucht. Ich glaube man braucht nicht mehr für jedes Wissen das Medium Buch um es zu verbreiten. Die neue Aufgabe ist es durch Kunst die Differenz zwischen dem Realen und dem bloß Möglichen zu verschärfen. So sagte es jedenfalls Niklas Luhmann und der hatte bisher immer recht. Es ist die Aufgabe der Kunst das neue Wissen zu transportieren und für alles andere gibt es Wikipedia.

Immer diese ach-so-schlauen Frauen

Zur Buchmesse in Frankfurt zeigt die ARD eine ‘Titel Thesen Temperamente - Spezial’ Sendung und dabei wurde neben vielen interessanten Personen auch Susanne Fröhlich (in Wahrheit 1,5 mal so dick wie auf dem Bild ihrer Homepage) kurz begleitet - und sie meinte zum Thema "Nur jede 4 Belletristikinteressierte Person ist ein Mann": "Männer wollen was womit sie richtig protzen können. Wen seiner Freunde kann ein Mann schon damit beeindrucken das er sich mit dem ‘Zauberberg’ besonders gut auskennt" und dann: "Man sollte die Männer zum Lesen inspirieren - man könnte es wie in der Bundesliga organisieren, in der sie sich nach oben lesen können." Im selben ARD Bericht wurden eben auch die Unterschiede zwischen Fach- und Laienkritik thematisiert - bei der Laienkritik handelt es sich nämlich um emotionales Freischnauzeschreiben und was sollte man Frau Fröhlich anderes entgegnen - als das sie, falls es sowas überhaupt gibt, keine Männerversteherin ist. Manchmal weiss man wirklich nicht was man denken soll bei dem was Frauen denken - aber in diesem Fall ist es zumindest recht deutlich, dass sie, egal was sie erdenken, nicht jedes Resultat in Worte fassen sollten.

Ein unmediales Wochenende

massinbottle.jpgSo - bin gut im heimatlichen Jena angekommen und hatte, wie sonst auch immer, einen sehr sympathischen Fahrer für diese Reise mittlerer Länge gefunden. So - dann kann das Internet- und TV-freie Wochenende ja starten… Aber es ist schon ärgerlich das mein Bruckheimerverwöhntes knall-bumm-bäng actionherz wieder einmal Message in a Bottle verpasst - der einzige wirklich coole Liebesfilm mit dem so hervorragenden Paul Newman… Nuju - hab im Radio gehört die dieswöchige ‘Hörzu’ oder irgendeine dieser Zeitungen verkauft den Film in der aktuellen Ausgabe als Beilage… Also werd ich anfang nächster woche mal in die Abteilung der gedruckten TV-Zeitschriften schauen - macht man ja auch nicht oft im Internetzeitalter…
Nuju - dafür schaffe ich es Montag mal wieder CSI:NY zu gucken - hab ich die letzten Wochen sträflich vernachlässigt und das bekommt mir garnicht gut.

Überraschte Soziologen

‘Wer kauft wie’ war die Frage zu einer kleinen Unternehmung von ACNielsen, die sich ansonsten auch mit allerlei solcher Fragen beschäftigen… In diesem Falle ging es ums Online Shopping und die Ergebnisse zeigen als erstes und überraschend das bereits jeder zehnte Weltbürger im Internet eingekauft hat. Die Asiaten sind dabei führend. Während Europäer lediglich DVDs und Bücher kaufen und die Amerikaner einmal mehr dabei sind die Schritte in die Zukunft zu verschlafen. Die Annahme: "Mall culture in the United States may explain why online shopping has not reached European levels". Möglicherweise überspringen wir in Deutschland mit Hilfe des Internets die eine amerikanische Vorreiter-Entwicklungsstufe des ladenschlußfreien Einkaufens - was eigentlich echt Schade wäre.

Die neuen (&) alten Hinterbänkler

So - seit 2 Tagen ist wieder Uni und die Tage sind entsprechen länger und ausgiebiger… Und das hat auch meinen heutigen TV-Konsum wieder weit hinausgezögert - aber was sah ich grad im Nachtmagazin der ARD - unser ‘geschäftsführende’ Aussenminister Joschka Fischer ist seit heute, seit der konstituierenden Sitzung, wieder ein Hinterbänkler und saß weit ab vom Schlag neben Anna Lührmann. Eigentlich ein richtig meta-irgendwas-künstlerisches Bild - zwei Karrieren, die eine am Beginn die andere am Ende vereint auf zwei nebeneinander liegenden Stühlen irgendwo in den tiefen des Bundestags und mitten im Geschehen Lothar Bisky dessen Karriere im selben Moment radikal abgestutz wird.

Unsere Politiker beim Handeln

merkelmuente.jpgNach einem langen Tag in Uni und Schwimmhalle fällt mir beim nächtlichen TV-Konsum auf, dass unsere Politiker wieder aussehen wie sie aussehen… Nachdem man sich, entgegen der eigentlichen Aussage, zuerst um Personen kümmerte startete man heut in die Verhandlungen - die durchaus schon ‘Koalitionsverhandlungen’ genannt werden dürfen - und redet über Inhalte.
Und beim Verkünden der Ergebnisse des ersten Tages sah Merkel (bis auf die Frisur) wieder aus wie in den Tagen, damals, an denen sie noch überzeugt war, dass man sie wähle weil sie die Beste ist. Stoiber neben ihr war auch nicht geschminkt und zum Abschluss sprach, in seinem Haus, Münte und auch er war nicht weiter hergemacht wurden um vom Tage zu berichten.
Ich halte das für ein wirklich gutes Zeichen - anscheinend darf man in der Politik tatsächlich getroßt zwischen Inhalt und Verpackung unterscheiden - die Show des letzten Halbjahres ist damit vielleicht tatsächlich nicht mehr als eine Showse gewesen - am 3. Oktober saßen die Chefs beim Einigungs-Festakt schon nebeneinander und haben gescherzt und gelacht - obwohl das der Höhepunkt der Ausseinandersetzungen war…

Photo Live Story

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Über den Wolken in Richtung Aufbruch, der Sonne entgegen am Empire State Building vorbei bis man hinter dem Horizont den geruhsamen Liegestuhl am Strand findet aus dem man den zurückgelegten Weg beobachten kann… und über die nächste Zukunft siniert. Da würde die Welt beinah als Panorama erblühen - doch Schopenhauer entschärft: "Zu sehn sind diese Dinge freilich schön; aber sie zu seyn ist ganz etwas Anderes."

Sie hat ihre Redezeit überlebt

Aber es war knapp - das muss man sagen… Irmgard Zecher krächzte eben beim Parteitag bis man sie bat doch bitte zum Schluss (der Rede) zu kommen - dann hat man ihr einen Erlösungs-, Gefälligkeitsapplaus geschenkt und gut war…

Nachtrag - 16.10.05, 14:29
Wie bei Oswald Metzger im Blog nachzulesen ist, hatte er kein Glück bei der Redezeitverteilung… Sowas regelt sich ab 26. März nächsten Jahres hoffentlich von allein wenn er in den BaWü Landtag einzieht…

Beschwerden der Fokuhila Fussballproletengeneration

Eigentlich habe ich von diesem Spottsport keine Ahnung aber das ist ja kein Grund nicht mal die ein oder andere Vermutung aufzustellen… Denn eben hab ich es im nächtlichen TV Programm gesehen - immer mehr Bundesligafunktionäre fordern Jürgen Klinsmann auf, er solle bis zur WM in Deutschland bleiben, anstatt die Zeit zwischen den Spielen und des Trainings in kalifornischen, wahlheimatlichen Gefilden zu verbringen… Finde ich sinnlos:

  • Solange er in Deutschland ist, ist er nicht bei seiner Familie - für einen mentalintensiven Job wie seinen keine gute Rahmenbedingung. Schliesslich ist er hauptsächlich für gute Laune zuständig.
  • Solang wie er in Amerika ist muss er sich mit keinem Medienschnösel auseinandersetzen. Dies führt positiverweise auch dazu, dass man sich von Medienseite aufs wesentliche konzentriert. Andauernde Spekulationen, für dessen Start auch ein sichtbares Schweigen vor Kameras und Mikrofonen reicht, entfallen.
  • Die Zeiten zwischen den Länderspielen und Trainings sind viel zu lang als das Klinsmann hier ausreichend zu tun hätte…
  • … und wenn der nächste Termin ansteht ist es ganz egal ob er aus einer deutschen Stadt oder Amerika anreist - wenn er gebraucht wird steigt er in Amerika ins Flugzeug und braucht für den Weg auch nicht bedeutend länger als wenn er abends ins Auto steigt, nachts in der Zielstadt ankommt und dann bis morgens schläft… Schlafen kann er auch im Flugzeug - und bei den Investitionen die beim DFB getätigt werden findet er immer zeitlich passende Flüge.

Warum wird es aber dennoch so wehement gefordert? Weil sie alle neidisch und erbost sind - auf jemanden der, nachdem sie ihm ihr Vertrauen ausgesprochen haben, ihnen ihre verkopften Systeme vor die Füsse geworfen hat. Plötzlich gibt es wissenschaftliche Fitnesstests die den Vereinstrainern Trainingsdefizite aufzeigen, Vertrauens- und Teambildende Spassveranstaltungen die in keinem Seminar gelehrt wurden, Experimente mit 3 Torwarts die alle mal spielen dürfen und (wahrscheinlich das schlimmste) aufgeteilte Trainerkompetenzen, so das keiner genau weiss wo er seine Pseudobeschwerden abladen kann…
Ich finde das alles richtig cool und wirklich revolutionär… Sowas erdenkt man sich eben in Los Angeles - wo auch Hans Zimmer nach 80 jähriger Hollywoodgeschichte die Traditionen auflöst und sich 12 Musiker um die Vertonung von 12 Filmen kümmern anstatt das jeder an seinem Einzelprojekt verkümmert… Am Ende werden wir eh Weltmeister.

Unser göttliches Gehirn

DareDevil.jpgAm Sonntag gibts wieder Action - DareDevil kommt und rettet NY. Das coole an ihm - er ist ein Normalo, so wie Batman - ohne Superkräfte aber mit viel Mitgefühl für die Hilfsbedürftigen, obwohl er als Blinder eigentlich selber Hilfsbedürftiger wäre… Aber so ist das in Hollywood - alles ist cooler als im Rest der Welt.
Dachte ich bisher auch - aber nun seh ich grad im Fernsehen den Kerner-Gast Peter Hepp der weder Sehen noch Hören kann und dennoch ein respektables und als Diakon im gewissen Sinne auch hilfebereitendes Leben führt.
Seit einem Jahr lerne ich im Studium was unser Gehirn alles kann und was es mit uns macht - und das überrascht mich immer wieder: Es gibt keinen freien Willen, keine Entscheidungen sondern nur deren Rechtfertigung geschehen bewusst, ‘unmaterielle’ Gedanken haben materielle Folgen, usw… Und nun lerne ich von Hepp, dass es dem menschlichen Gehirn möglich ist den Hör- und Sehsinn bei zwischenmenschlicher Kommunikation durch den Tastsinn komplett zu ersetzten. Dem Sehen, Sprechen und Hören ebenbürtige Kommunikationswege nur durch Berührung…
Wenn das mit der Forschung und Ergründung des Gehirns so weitergeht werden wir irgendwann alle noch zu DareDevils - nur weil wir ein paar Aktivierungsschalter gefunden haben.

Schröder ist wieder Schröder

gutegerd.jpgUnser gute Gerd hat nach einem halben Jahr wieder zu sich zurück gefunden und meinte heute beim Abschiedsauftritt in Hannover sogar "Ich weiss ja wo ich herkomme". Vielleicht erinnert er sich ja auch bald wieder daran wo er eigentlich hin wollte - Gerhard Schröder der akzeptierte, lebensfrohe, zukunftsweisende Staatsman - dieser Weg muss ja nun nicht zuende sein nur weil er vorrübergehen & selbstgewählt amtlos ist (was ein kleines Regierungsgremium betrifft)…
Schliesslich hat er nun eine Kanzlerschaft hinter sich, muss sich um keine Schwarzgeldaffäre kümmern und kommt auch noch gut ohne Hörgerät aus… Eigentlich die besten Vorraussetzungen um noch ein bissl Action zu zeigen - und zu tun gibts auch ne Menge - Umso mehr sich nun jemand um Europa kümmert, desto eher können wir es, wie erdacht, geniessen…