Desaster der Demoskopie?

Wolfgang Clement spricht von einem “flächendeckenden Fehlschuss der Demoskopie” - und schliesst sich damit der schelte Gerhard Schröders an. Dieser meint zudem die medien hatten sich zu sehr an der demoskopie orientiert und seien im wahlkampf nicht ausreichend unabhängig geblieben…
Der wahlausgang war natürlich überraschend - und hat die vorhersagen der vorherigen wochen nicht wiedergegeben. Aber es ist daraus noch lange nicht abzuleiten das diese erhebungen falsch waren… Denn die eigentliche wahl war nur die fortsetzung der bisherig ermittelten tendenzen - denn diese spiegeln sich wieder.
Die politik muss sich nur bewusst werden das sie nicht mehr tonangebender ursprungsherd jeglicher veränderung in der gesellschaft ist bzw. endlich einsehen das sie es nie war. Gerade in der heutigen zeit sollte man sich doch bewusst werden das die politik und die politikgestalter diejenigen sind die auf die gesellschaft reagieren und nicht die wege vorgeben. Rot/grün hat aus dem lehrbuch ihrer eigenen ideologie gehandelt und hing den gesellschaftlichen veränderungen hinterher. Die demoskopie zeigte diese diskrepanz - vor allem im frühjahr und sommer diesen jahres. Schwarz/gelb hat im wahlkampf begriffen das es nicht um sie, sondern um das volk geht und hat sehr genau erkannt worum es bei der wahl gehen wird. Es gibt mehr anzeichen das die demoskopischen ergebnisse dieser zeit der wahrheit entsprechen als das sie falsch lagen.
Und wie schnell veränderungen in einer gesellschaft von statten gehen zeigt der wahlkampf der SPD in den letzten wochen vor der Wahl… Denn es gibt genau ein mittel eine gesellschaft kurzfristig zu disziplinieren und dies haben sie sich bei Bush ganz genau abgeschaut - in amerika schürrte man die angst vor dem islam in deutschland die vor der ungerechtigkeit…
Als angehender soziologe ist es sehr interessant diese dynamik tatsächlich zu beobachten - amerika und alle anderen länder sind, für die hautnahen beobachtungen, doch etwas fern. Nun warten wir alle auf den abschwung der SPD - denn es wird wie 2002 kommen - die SPD-euphorie geht vorbei, die gesellschaft entwickelt sich weiter und die SPD wird keinen ansatz finden wollen dies zu begleiten…
Dann wird es wieder demoskopische niederschläge für die SPD geben - sie wird weiterhin darüber schimpfen und den wahrheitsgehlt aufgrund der wahlentwicklung nicht erkennen wollen - doch im endeffekt ist die demoskopie eine der (zu)wenigen verbindung von gesellschaft zur parteipolitik und sie hat am meisten recht.

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